Dienstag, 15. März 2022

Forderung: Geld vom Staat für Private, die Flüchtlinge bei sich aufnehmen

Seit dem gestrigen Montag können sich Flüchtlinge aus der Ukraine im Erstaufnahmezentrum in Bozen Süd auch bei einem Beamten der Quästur registrieren lassen. Damit werden die Dienstleistungen ausgebaut. Privatpersonen, die Flüchtlinge bei sich unterbringen, sollen künftig dafür einen Beitrag bekommen, so die Forderung der Regionen und Provinzen an die Regierung in Rom.

Bereits über 3 Millionen Menschen sind vor dem Krieg in der Ukraine geflohen. - Foto: © APA/afp / LOUISA GOULIAMAKI

Privatpersonen, die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bei sich unterbringen, sollen dafür einen Beitrag von der öffentlichen Hand erhalten. So lautet die Forderungen der Regionen und Provinzen an die Regierung in Rom. Auch Südtirol hat sich dem angeschlossen, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Es sei abzusehen, dass die Kriegsflüchtlinge wohl länger blieben als gedacht: Um die hilfsbereiten Menschen über die Dauer zu unterstützen, sei eine Hilfe vonseiten der öffentlichen Hand daher notwendig.

Erstaufnahmezentrum: Gebündelte Dienstleistungen

Beim Erstaufnahmezentrum in Bozen Süd auf dem Gelände des Bahnhofs Bozen Süd gegenüber dem Haupteingang zur Messe Bozen sind den Ukraine-Flüchtlingen Mitarbeiter der von der Landesabteilung Soziales und der Agentur für Bevölkerungsschutz beauftragten Organisationen (Volontarius, Weißes Kreuz und Rotes Kreuz), des Südtiroler Sanitätsbetriebes und seit gestern auch der Quästur behilflich. In einer mobilen Klinik werden Abstriche zur Vorbeugung der Verbreitung des Coronavirus vorgenommen sowie medizinische Hilfeleistungen angeboten.

Zum Erstaufnahmezentrum für die Schutzsuchenden aus der Ukraine gehört auch eine mobile Klinik. - Foto: © LPA/Maja Clara



Das neu eingerichtete Zentrum ist von 8 bis 20 Uhr zugänglich, die Ankommenden erhalten dort die Möglichkeit zum Ausruhen, Getränke und Imbisse. Die Schalter für die bürokratischen Anliegen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

In diesem Erstaufnahmezentrum, erläutern Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler und Soziallandesrätin Waltraud Deeg, werden insbesondere die Dienstleistungen des Einwanderungsbüros und des Sozialbereichs gebündelt, schutzsuchende Menschen, die aus der Ukraine eingereist sind, erhalten hier Serviceangebote, die laufend erweitert werden.

Damit werde dieses Erstaufnahmezentrum zu einem One-Stop-Shop und biete die Möglichkeit, alle notwendigen bürokratischen Schritte an einer einzigen Stelle durchzuführen, unterstreicht Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Aufenthaltserklärungen auch dezentral in Brenner, Meran, Brixen, Innichen

Wer nicht sowieso ins Erstaufnahmezentrum muss, kann sich auch bei der Quästur in Bozen oder in den Polizeikommissariaten von Brenner, Meran, Brixen oder Innichen melden.

Ukrainische Staatsbürger sollten innerhalb von 8 Tagen ihre Aufenthaltserklärung abgeben. Auch wer ukrainische Staatsbürger bei sich aufnimmt, sollte dies innerhalb von 48 Stunden melden. In beiden Fällen können diese Meldungen im Einwanderungsbüro der Quästur in Bozen oder bei den Polizeikommissariaten von Brenner, Meran, Brixen, Innichen vorgenommen werden.

Öffnungszeiten des Einwanderungsbüros der Quästur in Bozen


Das Einwanderungsbüro (Telefon 0471 947616) bei der Quästur in Bozen bei der Drususbrücke ist zu folgenden Zeiten geöffnet:
von Montag bis Samstag von 8.30 bis 13.00 Uhr,
am Dienstag- und Donnerstagnachmittag von 15.00 bis 17.00 Uhr,
am Montag-, Mittwoch- und Freitagnachmittag von 13.30 bis 18.30 Uhr.

Öffnungszeiten der Polizeikommissariate von Brenner, Meran, Brixen, Innichen

Die Polizeikommissariate von Brenner, Meran, Brixen und Innichen sind von Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet.

Bereitstellung von Immobilien und andere Hilfsangebote melden

Angebote zur Bereitstellung von Immobilien zur Aufnahme von Flüchtlingen oder andere Hilfsangebote können weiterhin an die Abteilung Soziales - per Mail an [email protected] - oder an die jeweilige Gemeinde übermittelt werden.

Grüne Nummer 800 751 751

Auch die Grüne Nummer 800 751 751 steht für Auskünfte im Zusammenhang mit Flüchtlingen aus der Ukraine zur Verfügung.

Internet-Portal

Das Internet-Portal Südtirol für Ukraine-Flüchtlingemit wesentlichen Informationen wird laufend aktualisiert.

stol/lpa

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden