Freitag, 16. Oktober 2020

Berg-Karabach: Armenien verzeichnet immer höhere Verluste

Die Südkaukasusrepublik Armenien verzeichnet bei den Gefechten mit Aserbaidschan um die Konfliktregion Berg-Karabach immer höhere Verluste. Die Zahl der getöteten Soldaten stieg um 29 auf 633, wie das Verteidigungsministerium in der armenischen Hauptstadt Eriwan am Freitag mitteilte. Getötet worden seien bisher auch 33 Zivilisten.

In der Kaukasus-Region dauern die Kämpfe an. Die Zivilbevölkerung leidet massiv. - Foto: © stol
Die Behörden in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku machten keine Angaben zu Toten bei den Streitkräften. Bei armenischen Angriffen seien seit Beginn der Kämpfe am 27. September insgesamt 47 Zivilisten getöteten worden, hieß es.

Armenische Behörden gehen anhand von Bildaufnahmen von der Frontlinie von Hunderten getöteten aserbaidschanischen Soldaten aus. Am vergangenen Samstag war unter Vermittlung Moskaus eine Waffenruhe zwischen Baku und Eriwan vereinbart worden.

Diese sollte auch zur Bergung getöteter Soldaten dienen. Allerdings wurde die Übereinkunft schon kurz nach Inkrafttreten gebrochen. Beide Seiten warfen sich auch am Freitag wieder Beschuss ihrer Stellungen vor.

Aus der mehrheitlich von christlichen Karabach-Armeniern bewohnten Bergregion sind inzwischen Tausende Menschen vor aserbaidschanischen Angriffen in armenisches Kernland geflohen.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145.000 Menschen leben. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan.

In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite Aserbaidschans, während Armenien Russland als Schutzmacht sieht.

dpa