Unter dem Druck der sich wieder verschlimmernden Euro-Schuldenkrise wappnen sich Deutschland, Großbritannien und die USA für schnelle Gegenmaßnahmen.Zwar dämpfte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag erneut Erwartungen an einen schnellen großen Wurf.Sie kündigte in der ARD aber für den EU-Gipfel am 28./29. Juni in Brüssel einen Arbeitsplan für eine politische Union an. Diese sei nach der Währungsunion dringend nötig.Schritt für Schritt müssten Kompetenzen an Europa abgegeben und Brüssel Kontrollmöglichkeiten eingeräumt werden, sagte sie im ARD-„Morgenmagazin“. Diese Position vertritt sie seit Monaten.Cameron und Obama fordern „Sofortplan“ US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron setzen auf einen Sofortplan für die angeschlagene Eurozone.Das bestätigte eine Sprecherin der Downing Street in London. In einem Telefonat am späten Dienstagabend hätten sie über Sofortmaßnahmen gesprochen, die aber auch von langfristigeren Plänen flankiert werden müssten, um eine starke Gemeinschaftswährung zu garantieren.„Geschwindigkeit ist entscheidend“, sagte Cameron dem Sender BBC in Oslo, wo er mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg zusammentraf. Die beiden Regierungschefs wollten sich am Donnerstagmittag mit Merkel in Berlin treffen.„Jeder Tag, an dem die europäischen Volkswirtschaften stagnieren, ist ein Tag, an dem Chancen verloren gehen, Wohlstand verloren geht, Arbeitsplätze verloren gehen können“, sagte Cameron.Deutschland allein kann Probleme nicht lösen Es könne aber nicht erwartet werden, dass Deutschland das Problem der Eurozone alleine löse. Alle europäischen Führungsfiguren müssten helfen.Großbritannien ist nicht Mitglied der Eurozone und hat sich auch dem europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin nicht angeschlossen. Cameron befürchtet, dass die ohnehin schwächelnde britische Wirtschaft durch die Eurokrise weiter belastet wird. Großbritannien befindet sich in der Rezession.Obama steht unter dem Druck des Wahlkampfs. Er telefonierte am Mittwoch auch mit Merkel und Ministerpräsident Mario Monti. Alle drei seien sich einig, dass die Stärkung der „Widerstandskraft“ der Eurozone sowie des europäischen und globalen Wachstums wichtig seien, teilte das Weiße Haus mit.apa/dpa