Der von sinkenden Umfragen belastete Premier appellierte am Freitag an die Italiener, beim Urnengang die Kräfte seiner Regierungskoalition zu unterstützen.Sollte die Linke gewinnen, würde es zu höheren öffentlichen Ausgaben und zu einem stärkeren Steuerdruck kommen, warnte Berlusconi. „Wer für die Regierungsparteien wählt, stärkt das Kabinett. Damit sichert man den Städten auch eine bürgerfreundliche Verwaltung. Die Linke in Italien ist lediglich eine Garantie für hohen Steuerdruck und Ineffizienz“, so Berlusconi. Die Kommunalwahlen seien ein wichtiger Test für die Mitte-Rechts-Regierung, die seit 2008 das Land regiert. „Diese Regierung wird nach den Wahlen die Aufgaben der letzten zwei Jahre Legislaturperiode, die uns bevorstehen, gestärkt in Angriff nehmen. In diesen zwei Jahren werden wir das Land modernisieren und den Italienern echte Demokratie und wahre Freiheit garantieren können“, betonte der Regierungschef. „Will verhindern, dass die Linke wieder das Land regiert“Zugleich sprach Berlusconi auch über seine politische Zukunft. Er bestritt, dass er Ambitionen hege, ab 2013 Giorgio Napolitano als Staatschef abzulösen. „Ich denke keineswegs an den Quirinal, sondern an die Regierung. Ich will verhindern, dass die Linke wieder das Land regiert, weil wir alle wissen, was sie in den vergangenen Jahren angerichtet hat“, erklärte der Premier.Zu den Prioritäten seines Kabinetts zähle die Justizreform. Auch politische Reformen seien wichtig. „In Italien gibt es zu viele Parlamentarier. Außerdem müssen wir uns darum bemühen, dass Gesetze schneller verabschiedet werden können“, erklärte Berlusconi. Die parlamentarischen Prozeduren zur Verabschiedung von Gesetzen seien gegenüber anderen Ländern viel zu langsam.In elf Städten wird gewählt1.310 Gemeinderäte müssen neu besetzt werden. Gewählt wird in elf Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, darunter Mailand, Neapel, Turin, Bologna und Triest. Auch die Region Molise ist zum Urnengang aufgerufen. Mit ersten Resultaten ist am Montagnachmittag zu rechnen.Für den Premier sind die Wahlen drei Jahre nach Beginn seiner jüngsten Amtszeit ein wichtiger Test. Nach der Ruby-Affäre, dem Kampf um die Konsolidierung seiner wackeligen Mehrheit und dem Streit mit der verbündeten Lega Nord über Italiens Libyen-Einsatz befürchtet Berlusconi deutliche Einbrüche für seine Mitte-Rechts-Partei „Popolo della Libertà“ (PdL). Besonders unter Druck geraten dürfte der PdL in Norditalien, wo sie sich mit der Konkurrenz des Bündnispartners Lega Nord auseinandersetzen muss. Diese strebt danach, in Norditalien zur stärksten Einzelpartei aufzurücken. apa