„Das ist negativ, die Touristen meiden Italien. Dabei ist die Mafia ein absolut beschränktes Phänomen. Ein gefährliches Phänomen, das ausgemerzt werden muss, aber ein beschränktes“, sagte Berlusconi in einem Interview mit seinem TV-Sender „Canale 5“.Berlusconi betonte, dass keine andere Regierung in der italienischen Geschichte so aktiv wie seine die Mafia bekämpft habe. „Wir haben von der Mafia Immobilien und Grundstücke im Wert von sechs Milliarden Euro beschlagnahmt. 17 der 30 meist gesuchten flüchtigen Mafiosi wurden festgenommen“, sagte Berlusconi. Er zeigte sich zuversichtlich, dass seine Regierung die Mafia ausmerzen werde. „Wir haben eine gute Arbeit begonnen und haben noch einige Jahre vor uns, um die Mafia zu besiegen“, erklärte der Ministerpräsident.Der Premierminister beschwerte sich, dass Medien von ihm ein verzerrtes Bild wiedergeben. „Wenn ich von Berlusconi sprechen höre, habe ich den Eindruck, es handelt sich um einen anderen Menschen, der mit mir nichts tun hat. Ich bange aber nicht um meine Beziehung zu den Italienern, die vernünftige Leute sind. Ich vertraue sehr auf ihre Vernunft und ihre Urteilsfähigkeit“, erklärte Berlusconi.Berlusconi feierte am Samstag einen großen Erfolg im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Die Polizei verhaftete zwei Bosse der sizilianischen Cosa Nostra, die auf der Liste der 30 meist gesuchten Mafiabosse standen. In Palermo ging der 28-jährige Mafiapate Gianni Nicchi ins Netz, der als Boss der Cosa Nostra in Palermo gilt. In Mailand wurde der 75-jährige Drogendealer Gaetano Fidanzati festgenommen. Er wurde seit Dezember gesucht, nachdem die Polizei in Palermo seine Rolle in der Neuorganisierung der Cosa Nostra in Palermo entdeckt hatte.Berlusconi war zuletzt wegen Vorwürfen wegen angeblicher Mafia-Verstrickungen unter Druck geraten. Für einen Eklat sorgte der abtrünnige Mafioso Gaspare Spatuzza, der am Freitag erstmals offiziell vor einem Gericht in Turin über Verbindungen zwischen der sizilianischen Cosa Nostra und Berlusconi in den 90er Jahren berichtete. Spatuzza, der einem sizilianischen Mafia-Clan angehörte, berichtete, Berlusconi und sein Vertrauensmann Marcello Dell’Utri hätten direkte Kontakte zu seinem Mafiaboss Giuseppe Graviano gehabt. Berlusconi hatte die Vorwürfe als absurd zurückgewiesen.apa