„Der Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz und das Entsetzen über die Barbarei des Holocaust haben mir ein Gefühl der unauslöschlichen Solidarität vermittelt: Seit damals fühle ich mich als Israeli“, erklärte Berlusconi nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA in einer am Donnerstag bei einer Pro-Israel-Demonstration in Rom verlesenen Grußbotschaft.Sein ganzes Leben sei er ein Freund Israels gewesen, versicherte der Premier. „Die Gefühle, die Ansichten und die Werte, die uns verbinden, sind zahlreich und für mich sehr stark“. Berlusconi berichtete, er habe als Jugendlicher jüdische Freunde und Nachbarn gehabt, die ihm von den Leiden ihrer Familien erzählt hätten. Dass er sich als Israeli fühle, sei eine Überzeugung, die er schon immer gehabt habe, zuerst als Privatmann, später als Regierungschef.Die Werte und die Identität Israels zu bewahren heiße, „auch unsere eigenen Werte zu verteidigen“, so Berlusconi. Den künftigen Generationen müsse eine Botschaft der Freiheit und Demokratie übermittelt werden. Wie er bereits vor der Knesset erklärt habe, sei die Sicherheit der Grenzen Israels und dessen Existenzrecht als jüdischer Staat „für uns Italiener eine ethische Entscheidung und moralische Verpflichtung gegen jede Rückkehr des Antisemitismus oder das Leugnen des Holocausts.“ Unter Anspielung auf die Aussagen der iranischen Führung verurteilte Berlusconi alle Drohungen, Israel zu zerstören, als inakzeptabel.Zugleich unterstrich Berlusconi, dass er stets dafür eingetreten sei, dass der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern durch die Errichtung zweier Staaten, eines jüdischen und eines palästinensischen, die in Frieden und Sicherheit nebeneinander bestehen, gelöst werden sollte. Heute scheine es, als werde diese Lösung von allen befürwortet.Vorige Woche hatte das regierungskritische Magazin „L'Espresso“ eine von einem Jugendlichen aufgenommene Szene veröffentlicht, in der Berlusconi einen Witz zum Besten gab: „Ein Jude erzählt einem Angehörigen: Während der KZ-Zeit kam ein Jude zu uns und bat unsere Familie, ihn zu verstecken. Wir brachten ihn im Keller unter und forderten von ihm Geld. 3.000 Euro pro Tag. Na ja, wir sind eben Juden. Er hat gezahlt, weil er das Geld hatte. Was meinst Du, sollte man ihn sagen, dass Hitler tot und der Krieg zu Ende ist?“ Die Opposition und die jüdische Gemeinde reagierten mit Empörung. apa