Seine Gegner sprechen von verantwortungsloser Demagogie, von der ewigen Show des Cavaliere. Oder sie sehen bereits ein Horror-Szenario auf Italien zukommen, sollte Silvio Berlusconi nach den Parlamentswahlen in gut zweieinhalb Wochen wieder einmal als Sieger auf dem Feld stehen.Denn der dreimalige Regierungschef aus Mailand hat mit vollmundigen Wahlversprechen und harschesten Worten gegen Europa schon viel Boden gut gemacht. Doch damit steigt in Italien die Nervosität.Die Märkte und Börsen reagieren bereits negativ: Sie scheinen zu befürchten, in Italien könne nach dem Reformtempo von Ministerpräsident Mario Monti der alte Schlendrian zurückkehren.„Berlusconi ist unfähig zu regieren, er ist aber auch geschickt und skrupellos“, warnt Dario Franceschini vom Mitte-Links-Bündnis davor, den 76-jährigen Milliardär und Medienzar zu unterschätzen. Das tun inzwischen nur noch wenige.Berlusconi holt auf: Schritt für SchrittDer vor knapp zwei Jahrzehnten vom Unternehmer zum Politiker gewandelte Berlusconi hat den Kampf noch einmal aufgenommen – und das mit einem Erfolg, der seine Gegner erschreckt.Innerhalb weniger Wochen Wahlkampf in der ihm eigenen Art gelang es ihm, die Umfragewerte des Mitte-Rechts-Bündnisses spürbar zu verbessern.Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als könne die Linke um den Chef des PD, Pier Luigi Bersani, bei den leicht vorgezogenen Parlamentswahlen am 24./25. Februar problemlos einen klaren Sieg einfahren – und damit erstmals wieder seit Romano Prodi den Regierungschef stellen. Doch jetzt schleichen sich Zweifel bei der Linken ein. Silvio forever?Linke nur noch vier Punkte vor Berlusconi-BündnisDie zuvor deutlich führende Koalition der linken Mitte liegt nach einer jüngsten Umfrage des TV-Newskanals SkyTG24 nur noch etwa vier Prozentpunkte vor Berlusconis Bündnis, zu dem auch wieder die Lega Nord gehört.Die ganz auf den Cavaliere zugeschnittene PdL hat sich vom Absturz erholt und kommt allein schon wieder auf 20 Prozent.Die populistische Internetbewegung „Cinque Stelle“ folgt an dritter Stelle, und das Bündnis der Mitte um Mario Monti ist an die vierte Stelle abgerutscht.dpa