Noch vor der Sommerpause werde er einen Nachtragshaushalt im Wert von ca. drei Milliarden Euro verabschieden.Ein Haushaltsgesetz mit Ausgabenkürzungen in Höhe von 35 Milliarden Euro, wie Medien in den vergangenen Tagen berichtet hatten, schloss Berlusconi entschieden aus. „Wir werden uns bemühen, das Defizit um jährlich 0,8 Prozent des BIP zu reduzieren. Die Bürger haben nichts zu befürchten“, versicherte er.Der Premier kündigte im Juni eine Reform des Steuersystems an. Damit solle das veralterte Steuersystem im Land modernisiert und die Beziehungen zwischen Bürgern und Fiskus vereinfacht werden.Nach der Niederlage bei den Kommunalwahlen wachsen die Spannungen zwischen Berlusconi und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti. Um nach dem Wahldebakel seine Popularität wieder zu steigern, will Berlusconi den Steuerdruck reduzieren, um der Wirtschaft neuen Schwung zu geben und den flauen Konsum wieder anzukurbeln. Eine Auflockerung der rigorosen Sparpolitik sei notwendig, um dem Wirtschaftssystem neuen Sauerstoff zu verleihen, neue Jobs zu schaffen und Investitionen in den Süden zu locken, behauptet Berlusconis Partei PdL.Tremonti, der über Italiens Haushalt wacht und zum Garant für die Stabilität der öffentlichen Kassen geworden ist, will nicht nachgeben. Er kann dabei mit der Unterstützung der EU-Kommission rechnen, die Italien am Dienstag aufgerufen hatte, alles nur Mögliche zu unternehmen, um das Defizit bis Ende 2014 auf Null zu drücken und die enorme Verschuldung einzudämmen. Im PdL wirft man Tremonti politische Ambitionen vor. Der Wirtschaftsminister wolle sich mit seinem Europa-treuen Kurs profilieren, um in zwei Jahren anstelle von Giorgio Napolitano das Amt des Staatspräsidenten zu übernehmen. apa