Seine Mehrheit würde die 314 Kammerabgeordneten, die am 14. Dezember für ihn gestimmt haben, klar übersteigen, meinte Berlusconi.Spekulationen kursieren über acht Abgeordnete, die angeblich zum Regierungslager übertreten wollen, deren Namen aber noch nicht bekannt sind. Die „Werbeaktion“ des Premiers sei noch nicht beendet, hieß es in Regierungskreisen in Rom.Vor allem Parlamentarier aus der Rechtspartei „FLI“ um den Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, und aus der christdemokratischen UDC seien zum Einstieg in Berlusconis Block bereit. Der Premierminister bekräftigte erneut seinen festen Willen, bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 im Amt zu bleiben. Eine Ausdehnung der Regierungskoalition auf die oppositionelle UDC schloss Berlusconi nicht aus.Außenminister Franco Frattini unterstrich, dass es ein Fehler wäre, die UDC an der Regierung zu beteiligen. Berlusconis Partei, der „PDL“ sei „unschlagbar“, wenn seine Mitglieder zusammenhielten. Jedoch rechne man momentan auch mit 15 Abgeordneten anderer Parteien, die sich auf die Seite Berlusconis schlagen wollen.Inzwischen wird in Oppositionskreisen über das Angebot der Lega Nord diskutiert, über ein neues Wahlgesetz unter der Bedingung nachzudenken, dass der neugegründete „Dritte Pol“ aus FLI und UDC, sowie dem PD sich dem Föderalismus gegenüber stärker öffnen. Der Vorschlag der Lega wurde von der PD kritisiert. „Wir wollen auf keinen Fall für die Regierung Berlusconi ein Rettungsanker sein. Die Lega ist sich bewusst, dass die Regierung am Ende angelangt ist und versucht, ihr föderalistisches Ziel zu erreichen, bevor es zu spät ist“, kommentierte der PD-Sprecher Gero Grassi.Inzwischen arbeitet Staatspräsident Giorgio Napolitano an seiner Neujahrsansprache. Darin wolle er die Parteien zu mehr Solidarität aufrufen, hieß es in Rom. Es sei wichtig, Italien in dieser heiklen Wirtschaftsphase Stabilität zu garantieren, soll Napolitanos Botschaft im Kern lauten.