„Wir arbeiten an einer tiefgreifenden Erneuerung der Politik. Wir wollen bei unseren Wahllisten auf Personen zurückgreifen, die nicht in die Politik einzusteigen brauchen, um Geld zu machen. Wir wollen somit skandalöse Korruptionsfälle wie jene der vergangenen Monate vermeiden, bei denen Personen für eigene Zwecke öffentliche Gelder verwendet und somit die Italiener noch mehr von der Politik entfernt haben“, erklärte Berlusconi im Interview mit dem TV-Sender „Canale Italia“.Berlusconi appellierte an die Italiener, nicht die Zentrumsparteien um seinen Nachfolger Mario Monti zu wählen. „Es ist wichtig, dass die Italiener die größeren Parteien wählen. Die Splitterparteien handeln nicht im allgemeinen Interesse, sondern für die Interessen ihrer kleinen Chefs. Das Zweiparteien-System ist die einzige reife Form der Demokratie“, erklärte Berlusconi.Der Medienunternehmer sparte nicht mit Kritik an Monti. „Diese Regierung hat viele Fehler begangen und eine Linie der Austerität eingeschlagen, die von Deutschland diktiert worden ist. Angst hat alle Italiener ergriffen. Man muss mit Optimismus neu beginnen. Arbeitnehmer und Unternehmer sollen weniger besteuert werden“, erklärte Berlusconi.Der TV-Unternehmer meinte, Italien sei ein unregierbares Land, weil der Premier über zu wenig Kompetenzen verfüge. Um ein Gesetz durch Abgeordnetenkammer und Senat durchzubringen, seien bis zu 600 Tage notwendig. Daher sei eine Reform der Verfassung dringend notwendig.apa