„Um dem Land Stabilität zu sichern, hat das Parlament gut zwei Mal innerhalb von zwei Monaten der Regierung das Vertrauen zugesprochen und einen Misstrauensantrag abgelehnt, den die Linke unvorsichtiger Weise eingereicht hat. Von der katholischen Kirche bis zu den Unternehmern, alle bitten uns, dem Land Neuwahlen zu ersparen. Im Parlament wird es die Bedingungen für die Umsetzung unseres Programms geben“, kommentierte der Premierminister.Der 74-Jährige bemüht sich eine Ausdehnung der Regierungskoalition und hofft auf den Übertritt mehrerer Parlamentarier aus der Opposition zu seinem Mitte-rechts-Block. Aus Regierungskreisen verlautete es, dass Berlusconis Werbeaktion, um zusätzliche Abgeordnete zu gewinnen, sich nun ausgedehnt habe. Hoffnungsträger sei nicht mehr nur die christdemokratische UDC, sondern auch Politiker aus Linksparteien. Einige katholische Parlamentarier des PD seien zum Einstieg ins Regierungslager bereit, hieß es in Rom.Der Chef der Lega Nord, Umberto Bossi, sieht die Lage pessimistischer. Die von Berlusconi propagierte Mehrheit in der Abgeordnetenkammer gebe es de facto nicht. Italien stecke in einem „Sumpf“, aus dem man nur mit Neuwahlen ausbrechen könne, meinte Bossi. „Wenn Berlusconi einen Fehlschritt macht, stürzt er in den Sumpf. Er meint aber, er kann im Sumpf schwimmen“, kommentierte Bossi am Freitag. apa