Nach einem Gipfeltreffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Paris erklärte Berlusconi, er denke an die Einführung eines Präsidialsystems nach französischem Muster mit einigen Varianten in Italien. „Bei uns sollten Präsident und Parlament anders als in Frankreich am selben Tag gewählt werden“, erklärte Berlusconi.Italien benötige dringend politische Reformen. „Nach dem Ende des Faschismus und des Zweiten Weltkriegs gab die verfassungsgebende Versammlung dem Parlament die ganze Macht, während die Kompetenzen der Regierung stark eingeschränkt wurden. Das muss sich jetzt ändern“, meinte Berlusconi.Auch der italienische Staatschef Giorgio Napolitano wünscht sich, dass die Debatte über die Staatsreformen bald konkrete Formen annehme. Die Reformen seien seiner Ansicht nach nicht mehr hinauszuschieben, da das Land politische und institutionelle Stabilität benötige. Prioritär seien laut Napolitano die Reform des Steuer- und Justizsystems. Wichtig sei auch das Ende des parlamentarischen Systems bestehend aus Abgeordnetenkammer und Senat.Die bereits in die Wege geleitete Reform des Steuerföderalismus sollte endlich umgesetzt werden. „Es darf keinerlei Konflikte mehr zwischen Autonomie und nationaler Einheit geben“, erklärte Napolitano. Er mahnte die reichen Regionen Norditaliens, sich solidarisch mit dem Süden zu verhalten. Auf diese Weise könne der Föderalismus zur Entwicklung des gesamten Landes beitragen.apa