„Wir sind zu einer Übergangsregierung, die ein neues Wahlgesetz verabschiedet und das Land in vorgezogene Parlamentswahlen führt, bereit. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Daher appellieren wir an alle Kräfte, denen die italienische Demokratie am Herzen liegt“, so Bersani.Berlusconi sei für die Demokratie in Italien eine Gefahr. Daher solle es zu einem Bündnis aller politischen Kräfte kommen, die sich für eine Wende im Land einsetzen wollten, meinte der Chef des „Partito Democratico“.Das jetzige Wahlgesetz müsse geändert werden. „Mit 35 Prozent der Stimmen kann eine Koalition die Mehrheit im Parlament erhalten, das schadet dem Pluralismus im Land“, sagte Bersani. Mit dem seit 2006 geltenden Proporzsystem mit Mehrheitsprämie im Senat und Sperrklausel seien die Chancen für die Opposition geringer, eine solide Allianz gegen den Premierminister aufzubauen.Obwohl das Kabinett von Silvio Berlusconi erst vergangene Woche eine Vertrauensabstimmung über das neue Regierungsprogramm gewonnen hat, wird in den römischen Parteizentralen offen über vorgezogene Parlamentswahlen im Frühjahr 2011 spekuliert. Politische Beobachtern halten es für wahrscheinlich, dass der „Waffenstillstand“ zwischen Berlusconi und Gianfranco Fini nicht bis Ende der Legislaturperiode 2013 hält. Finis Pläne, eine neue Partei zu gründen, die mit Berlusconis „Popolo della Liberta“ offen in Konkurrenz treten soll, schwächten die Regierungskoalition, was zu vorgezogenen Parlamentswahlen im Frühjahr führen könnte. apa