Dienstag, 21. März 2017

„Berufung Pappalardos ist überaus problematisch“

Als Christoph Engl ging, schlug seine Stunde: Marco Pappalardo kennen viele noch aus seiner Zeit als SMG-Geschäftsführer. Heute ist er Abteilungsleiter in der SMG-Nachfolge-Organisation IDM. Doch nicht mehr lange: Pappalardo wird Chef der Landespresseagentur. Nicht alle sind mit dieser Berufung glücklich.

Von einem Top-Job zum nächsten: Marco Pappalardo wird Chef der Presseagentur des Landes.
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Von einem Top-Job zum nächsten: Marco Pappalardo wird Chef der Presseagentur des Landes.

Die Stelle des Chefs der „Agentur für Presse und Information“, vormals Landespressamt, ist seit geraumer Zeit unbesetzt. Mit Marco Pappalardo (STOL hat berichtet) nimmt nun kein Journalist auf dem Chefsessel Platz, sondern ein Marketingexperte. Aus Sicht des Landes ist das nur folgerichtig: Immerhin soll die Presseagentur künftig nicht nur über Tätigkeiten der Landesverwaltung und – nicht zuletzt – der Landesregierung informieren, sondern auch das „Image der Südtirol-Autonomie nach außen“ stärken. „Es bedarf zunehmender Anstrengungen, um für Sympathie zu werben und von der Effizienz des Südtiroler Modells zu überzeugen“, meinte dazu Landeshauptmann Arno Kompatscher am Dienstag.

Aussagen, die nicht nur die Opposition stutzig machen. Die Berufskammer der Journalisten Trentino-Südtirol missbilligt die Entscheidung der Landesregierung. Sie erinnert daran, dass die Information durch Journalisten laut Berufsethik streng vom Marketing zu trennen ist. Dass künftig ein Marketingmanager an der Spitze der "Landesagentur für Presse und Information“ steht, zeige dagegen, wie die Landesregierung die Notwendigkeit einer "korrekten Information" sehe.

„Bedenklich“, sagen die Grünen

„Dass kein Journalist die Leitung der Landespressagentur übernimmt, der den Auflagen seiner Berufskategorie und der Ethik der ‚Vierten Gewalt‘ verpflichtet ist, sondern ein Marketingfachmann, ist bedenklich“, finden hingegen die Grünen Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba und Brigitte Foppa. Dass Pappalardo für objektive Berichterstattung über Südtirol und die Tätigkeit der Landesverwaltung sorgen könne, scheint den Grünen mehr als fraglich. Und warnen: Die Landespressagentur dürfe nicht zum Promotion-Service der Landesregierung mutieren.

„Inakzeptabel“, meint Pöder

Andreas Pöder von der BürgerUnion formuliert seine Kritik noch schärfer: Er nennt die Berufung Pappalardos „völlig inakzeptabel“ und fürchtet, dass die Presseagentur zur „Werbestelle des Landeshauptmanns“ für den kommenden Landtagswahlkampf verkommt. Die Werbetätigkeit für die Autonomie sei nur ein vorgeschobenes Argument, meint Pöder.

stol

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