Am 18. Jänner beginnt der Berufungsprozess gegen den Medienzaren, der im Oktober erstinstanzlich wegen Steuerbetrug zu vier Jahren Haft verurteilt worden war. Das Mailänder Berufungsgericht plant fünf Gerichtsverhandlungen im Verfahren gegen Berlusconi, die letzte ist am 1. März 2013 geplant.Ob das Urteil in einem Berufungsverfahren überhaupt rechtskräftig werden kann, ist offen. Denn eine Verjährung der Straftaten ist nicht ausgeschlossen. Der 76-Jährige war einer von elf Angeklagten in dem bereits vor sechs Jahren begonnenen Verfahren um Berlusconis Konzern Mediaset.Berlusconi war nach Auffassung des Gerichts in den 1990er Jahren persönlich in eine Kette fingierter Verkäufe verwickelt. Beim Verkauf von TV-Rechten des Mediaset-Konzerns seien die Kosten um Hunderte Millionen Dollar aufgebläht worden, argumentierte Staatsanwalt Fabio De Pasquale. Das Mailänder Gericht, das Berlusconi verurteilt hatte, sprach von einem Geldfluss in Berlusconis Kassen. Die Verurteilten müssen zehn Millionen Euro an die italienischen Steuerbehörden bezahlen, entschieden die Richter.Berlusconi hatte wie bereits in anderen Prozessen wiederholt seine Unschuld beteuert. In seiner Zeit als Ministerpräsident hatte er mit mehreren Gesetzen dafür gesorgt, dass das Mediaset-Verfahren wie auch andere Prozesse gegen ihn unterbrochen wurden. Damit rückten die ihm vorgeworfenen Straftaten näher an eine Verjährung heran. Erst am Samstag hatte der skandalumwitterte Berlusconi offiziell mitgeteilt, dass er als Kandidat für das Amt des Regierungschefs antreten will.In Dutzenden von gerichtlichen Auseinandersetzungen erprobt, hat Berlusconi jetzt vor allem noch den sogenannten Ruby-Prozess in Mailand am Hals. Auch in diesem Verfahren könnte ein Urteil in der ersten Instanz noch im Jänner fallen.