Donnerstag, 02. April 2020

„Gemischtwarenhandlung darf in Südtirol auch Schreibwaren verkaufen“

Landeshauptmann Arno Kompatscher ging bei der „Virtuellen Landesmedienkonferenz“ am Donnerstag auf die neue Verordnung und Sonderregelungen für die Provinz Bozen in Bezug auf die strengen Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 ein. So dürfen zum Beispiel Gemischtwarenhändler sehr wohl nicht lebensnotwendige Artikel, wie etwa Schreibwaren, verkaufen. Außerdem ging Kompatscher noch einmal auf das Thema „Mit Kindern ins Freie“ ein.

Landeshauptmann Arno Kompatscher.
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Landeshauptmann Arno Kompatscher. - Foto: © LPA
Kompatscher erklärte zunächst, dass die einschränkenden Maßnahmen, wie berichtet, bis 13. April fortgesetzt werden, einige Bestimmungen und Maßnahmen wurden für Südtirol präzisiert. Einige sind strenger, andere verschaffen Erleichterung. Die Verordnung wird am Donnerstag unterschrieben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Mundschutz tragen als Bürgerpflicht

Die neue Verordnung verpflichtet die Südtiroler zum Tragen des Mundschutzes, da dies das Risiko der Übertragung des Virus deutlich mindere. Es ist eine Bürgerpflicht zum Schutz des Nächsten. Es werden weitere Tücher verteilt werden, so der LH. Die strengen Maßnahmen dienen dazu, schneller in die Normalität zurückzukehren und die Maßnahmen nach und nach schrittweise zu lockern.

Geschäfte/Gemischtwarenhandlung

Das Thema hatte für viel Ärger gesorgt. Weil Geschäftsinhaber Ware verkauft haben, die nicht zu den Lebensnotwendigen gehören, wie etwa Schreibwaren oder Batterien, wurden sie zum Beispiel im Pustertal von Seiten der Finanzwache bestraft. Landeshauptmann Kompatscher stellte heute fest: Nichtlebensnotwendige Ware wie Schreibwaren/Batterien/Sonstiges darf ab sofort in den Gemischtwarengeschäften, die solche Waren sowieso im Sortiment haben, an die Kunden verkauft werden. Diese Südtiroler Verordnung steht über der staatlichen Verordnung.


Eltern dürfen gemeinsam mit dem Kind ins Freie

Landeshauptmann Kompatscher präzisiert auch noch einmal das viel diskutierte Thema „Ins Freie mit Kindern“. In Südtirol ist es erlaubt, dass beide Elternteile mit dem Kind bzw. Familien, die ohnehin zusammen wohnen, gemeinsam ins Freie dürfen. Natürlich heißt das nicht, dass man sich mit anderen trifft und natürlich geht es immer um das „Luftschnappen“ und nicht um ausgedehnte Spaziergänge.

Betriebsinhaber und Familienmitglieder

Betriebsinhabern und dessen Familienmitglieder, mit denen sie zusammen wohnen, soll es ermöglicht werden, in der Betriebsstätte Tätigkeiten auszuüben. Das kann etwa ein Tischler sein, der in der Tischlerei vorbereitende Arbeiten durchführt oder ein Dienstleister, der in seinem Büro arbeitet. Allerdings darf es keinen Kunden- oder Lieferantenkontakt geben und der Weg dorthin muss natürlich korrekt erfolgen. Dabei soll man das Formular und Ausweis mitführen. Ein Missbrauch dieser Verordnung solle aber nicht stattfinden, so Kompatscher.


Schutzmasken für Mitarbeiter in Lebensmittelgeschäfte


Der Zivilschutz wurde nun beauftragt, Mitarbeiter der Lebensmittelgeschäfte mit Schutzmasken auszustatten.


„Wir sind auf dem richtigen Weg“

Kompatscher schließt mit einem persönlichen Kommentar: Die strengen Einschränkungen betreffend müsse man jetzt einfach das Beste aus der Situation machen. Auch wenn die Nerven blank liegen, der Appell geht weiter: „Die Zahlen geben uns Recht. Die Maßnahmen zeigen Wirkung. Wir sind auf dem wichtigen Weg. Wir sind streng in der Sache, zum Wohle der Bürger des Landes, zum Wohle Südtirols.“



vs