Bepe Detomas ist Vorsitzender der Talgemeinschaft Comun General de Fascia. Als solcher beobachtet er den Wandel in „seinem“ Gebiet sehr genau. Und das, was er sieht, gefällt ihm ganz und gar nicht: „Es gibt zu wenig leistbares Wohnen. Das treibt die Leute dazu, von hier wegzuziehen“, sagt Detomas. <BR /><BR />Natürlich handle es sich nicht um ein lokales Problem, vielmehr könne man das an ganz vielen Orten beobachten. „Zunächst dachten wir, es betreffe vorwiegend Anpezo/Cortina d'Ampezzo“, sagt Detomas. Neben der hohen Anzahl an Zweitwohnungen von Gemeindefremden werden viele Wohnungen nicht mehr an Einheimische vermietet, sondern lieber an Touristen. <BR /><BR />„In der Gemeinde Ampezzo sind nur mehr 11 Prozent der bewohnten Wohnungen von Eigentümern aus Ampezzo selbst. Das ist eine erschreckende Zahl“, sagt Detomas.<BR /><BR />Dieses Phänomen lasse sich nun aber auch im Fassatal beobachten: „Wir haben 10.000 Einwohner und insgesamt 60.000 Gästebetten. Diese Zahl spricht doch für sich“, sagt Detomas. Für viele sei es lukrativer, an Touristen zu vermieten als an Einheimische. Da sei die Rechnung schnell gemacht. <h3> „Ladinische Gemeinschaft kommt langsam unweigerlich zum Erliegen“</h3>Für die Abwanderung aus den ladinischen Tälern, wie zum Beispiel aus dem Fassatal, sprechen aber auch mangelnde Arbeitsangebote und -unterkünfte. Beides sei fatal für die Ladiner in dem Gebiet. „Denn wenn immer mehr Menschen wegziehen, kommt auch die ladinische Gemeinschaft langsam unweigerlich zum Erliegen“, sagt Detomas und ergänzt, dass die niedrige Geburtenrate dann noch das ihre dazutue, ebenso wie die mangelnde Zuwanderung. <BR /><BR />Detomas sieht einzig durch eine Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen eine mögliche Lösung. Diese sei bisher jedoch ausgeblieben. Zudem sei es schwer, das ganze Gebiet über einen Kamm zu scheren. Zum Beispiel weisen die einzelnen Täler ganz unterschiedliche Notwendigkeiten und Realitäten auf. „Natürlich ist es auch eine kulturelle Frage und eine der Sensibilität der Bewohner selbst. Denn wenn ich meine Wohnung lieber für touristische Zwecke hergebe, muss ich mich selbst an der Nase nehmen“, sagt Detomas.<BR /><BR />Bei einem der wiederkehrenden Treffen mit den Bürgermeistern Ladiniens wurde das Thema erneut angesprochen. „Das Problem wurde von allen Seiten erkannt. Nun geht es darum, Lösungen zu finden“, sagt Detomas abschließend.