Vom Chor über Schützen bis zum Theaterverein: Den zusätzlichen bürokratischen Aufwand werden viele nicht mehr stemmen können, es droht das Aus. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Seit 2017 immer wieder aufgeschoben, wird die staatliche Reform des Dritten Sektors nun umgesetzt – und bringt das Ehrenamt in Existenzgefahr. Mit der Eintragung in das staatliche Einheitsregister RUNTS werden auch zur Verwaltung des kleinsten Chors oder Theatervereins digitale Werkzeuge wie der SPID oder zertifizierte Pec-Mail unabdingbar. Mit doppelter Buchhaltung und neuen staatlichen Finanzbestimmungen wird ihnen ein bürokratischer Mehraufwand angelastet, den viele Vereine nicht stemmen können.<BR /><BR />Dagegen machen 11 Vereine über eine vom Schützenbund initiierte Petition mobil. „Diese ist letzte Woche gestartet und das Interesse ist enorm. Wir bekommen jeden Tag an die 50 Mails von Vereinen, die nach Informationen fragen“, heißt es beim Südtiroler Schützenbund.<h3> Register selbst führen</h3>Auch die Landesregierung sorgt sich um den Fortbestand des Ehrenamts. „Nicht jeder Verein, aber alle, die steuerliche Vergünstigungen wollen unterliegen den neuen Auflagen“, so Landeshauptmann. Arno Kompatscher. Zumindest zum Teil sollen diese abgewendet werden – und zwar durch eine Durchführungsbestimmung, laut der sich das Land das Register seiner Vereine weiterhin selbst führt.<BR /><BR />„Die neue Norm könnte bereits nächste Woche von der Sechserkommission auf den Weg in die Ministerien gebracht werden“, sagt SVP-Senator Meinhard Durnwalder. Die Vereine könnten sich dann weiter ans Land statt an Rom wenden. „Auch um die Zweisprachigkeit zu garantieren, müssen wir unsere autonomen Spielräume nutzen“, so Durnwalder. Dies fordern übrigens auch die Vereine in ihrer Petition.<h3> Vereine sammeln Vorschläge</h3> Ein Landesregister löst allerdings nur einen Teil des Problems. Aufrecht bleiben die steuerrechtlichen Aspekte. „Hier liegt die Kompetenz eindeutig beim Staat, weshalb wir in Rom ansetzen müssen“, so Durnwalder. Derzeit seien die Vereine selbst dabei, Vorschläge für Abänderungen zu sammeln. „Indem sie steuerlich beim Pauschalsystem bleiben können, steigen Sportvereine derzeit aber deutlich besser aus der Reform des Dritten Sektors aus als Kulturvereine“, erklärt Durnwalder. Hier wolle man ansetzen: „Nicht um eine Schlechterstellung des Sports, sondern um Erleichterungen für Kulturvereine zu erreichen“, betonen Durnwalder und Kompatscher.<BR /><BR /> Ihre Vorschläge zur Änderung des Gesetzes soll eine Delegation des Südtiroler Ehrenamts übrigens in Rom vorstellen. „Nirgendwo hat das Ehrenamt einen so großen Stellenwert wie bei uns“, so Durnwalder.<BR />