„Die Kirchturmpolitik beherrscht seit Jahrzehnten innerhalb der SVP die Kandidatenaufstellung vor den Wahlen und die Postenvergabe nach den Wahlen“, so Stirner in einer Presseaussendung.„Ganz egal, ob Gemeinderatswahlen oder Landtagswahlen, es ist immer dasselbe Theater: Im Gemeinderat und Ausschuss sollte möglichst jeder Ortsteil bzw. jede Fraktion vertreten sein. Die Landtagskandidaten werden auf die Bezirke aufgeteilt – und bitte ja nicht einen mehr – und jede Stadt, jedes Tal möchte einen eigenen Vertreter“, so die Politikerin.Dasselbe Schauspiel wiederhole sich dann nach den Wahlen: Jeder Bezirk und jede Richtung fordere einen Platz in der Landesregierung.„Es kommt nicht darauf an, ob derjenige kompetent ist, sondern aus welchem Bezirk er kommt und welcher Lobby er angehört“, so Stirner weiter. „Und dies alles in einem Land mit 500.000 Einwohnern. Als ob mich als Burggräflerin der Rest des Landes nichts anginge. Das ist doch lächerlich.“Die gewählten Vertreter seien für das ganze Land da, nicht nur für ihren Bezirk.Diese Parteilogik, die in den Köpfen der SVP, aber auch mancher Wähler fest verankert sei, führe dazu, dass kompetente und tüchtige Frauen – wie Christa Ladurner aus dem Burggrafenamt oder Barbara Pizzinini aus dem Gadertal – nicht erwünscht zu sein scheinen, so Stirner.„Beide wären eine Bereicherung für die SVP. Bei den Männern würde die Liste vielleicht auch anders aussehen, wenn Kompetenz vor Bezirksdenken ginge“, so die Politikerin abschließend.