Sonntag, 10. April 2016

Biancofiore hat keine Rose mehr für Silvio

Es war mehr als Politik. Es war Liebe, große Leidenschaft, meint Michaela Biancofiore, wenn sie über Forza Italia spricht. Seit 22 Jahren ist sie in der Berlusconi-Partei. Heuer habe sie ihre Mitgliedschaft nicht erneuert, sagte sie am Wochenende. Schuld daran ist Bozen.

Schnappschuss aus glücklichen Zeiten: Michaela Biancofiore und Silvio Berlusconi.
Badge Local
Schnappschuss aus glücklichen Zeiten: Michaela Biancofiore und Silvio Berlusconi. - Foto: © LaPresse

Am 8. Mai wird in Bozen gewählt. Danach wird Michaela Biancofiore ihre Entscheidung verkünden. Bleiben oder gehen? „Das fragt mich derzeit jeder“, meint die Kammerabgeordnete in einem Interview mit „Il Tempo“. Seit 22 Jahren ist die Mitglied bei Forza Italia, der Partei von Silvio Berlusconi. Doch heute sagt sie: „Bleiben, kämpfen ist schwierig, wenn du alleine bist.“

Ihr Vorschlag für Bozen wurde abgeschmettert

Für die Gemeinderatswahlen in Bozen hatte sich Biancofiore ein „vereintes Mitte-Rechts-Lager“ und ein Wiedererstarken von Forza Italia gewünscht. Mit Anwalt Igor Janes als Bürgermeisterkandidaten hätte man im ersten Wahlgang gewinnen können, ist sie sich sicher.

Ob das stimmt, wird Südtirol nie erfahren. Denn statt Janes wird Zahnarzt Mario Tagnin kandidieren. Biancofiores Vorschlag – abgeschmettert. Die 45-Jährige fühlt sich ausgebootet. Bozen sei kein Einzelfall, aber aufsehenerregend. Zu „Il Tempo“ sagt sie deshalb, es sei schwierig geworden, „wohin der Presidente geht“.

Bittet Berlusconi um Erklärung

Sie frage sich, was von Forza Italia noch übrig bleibe, sagt Biancofiore. Will Berlusconi gar eine neue Partei gründen? „Lieber Presidente“, fleht Biancofiore im Interview, „ruf uns an, erklär‘ uns, was gerade läuft. So aber demütigst du jene, die dir immer treu waren. Wir sind bereit, dir zu folgen. Immer und überall hin.“

stol

stol