Freitag, 28. September 2018

Biancofiores Wutrede im Parlament

Die Bozner Kammerabgeordnete Michaela Biancofiore (Forza Italia) hat eine vehemente Rede im römischen Parlament gehalten: Die Italiener seien in Südtirol in einer Minderheit, und so manch einer sehe sie immer noch als „wallische Wixer“, zitierte sie einen freiheitlichen Landtagskandidaten.

Michaela Biancofiore hat eine wutentbrannte Rede gehalten. - Foto: Screenshot
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Michaela Biancofiore hat eine wutentbrannte Rede gehalten. - Foto: Screenshot

Die italienische Abgeordnetenkammer hatte am Donnerstag 3 Anträge zum Thema Doppelpass für Südtiroler abgelehnt. Darin wurde die Regierung in Rom zu Schritten gegen Österreichs Pläne zur Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für deutschsprachige und ladinische Staatsbürger aufgerufen (STOL hat berichtet).

Dem vorangegangen war unter anderem eine Rede Michaela Biancofiores, in der sie von einer „unerträglicher Einmischung“ von Seiten des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz sprach, der zur Unterstützung der SVP nach Bozen gereist war.

In ihrer 10-minütigen wutentbrannten Rede feuerte Biancofiore mehrfach gegen die SVP, aber auch gegen andere Südtiroler Parteien, darunter die Freiheitlichen. Sie warf den deutschsprachigen Südtirolern vor, eine Überwindung der sprachlichen und ethnischen Barrieren nur vorzutäuschen und die Italiener als Menschen einer geringeren Klasse zu behandeln.

„Ich bin eine italienische Südtirolerin“

Biancofiore sei stolz darauf, Südtirolerin zu sein: „Ich bin eine italienische Südtirolerin“ sagte sie auf Deutsch. Und auch viele Südtiroler hätten kein Problem damit, dem italienischen Staate anzugehören.

Doch dann gäbe es noch andere, die anders denken, erklärte Biancofiore und zitierte den freiheitlichen Landtagskandidaten Nico Vallazza, der auf Facebook von „scheiß wallischen Wixern“ geschrieben hatte. Solche Wortmeldungen seien in Südtirol alltäglich, erklärte die Kammerabgeordnete.

stol

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