Sonntag, 15. August 2021

Biden besprach Lage in Kabul mit nationalem Sicherheitsteam

US-Präsident Joe Biden hat sich mit seinem nationalen Sicherheitsteam über die aktuelle Sicherheitslage in Kabul ausgetauscht. Dabei sei es um die Evakuierung des zivilen Personals, afghanischer Helfer und anderen Verbündeten aus Afghanistan gegangen, hieß es am Sonntagnachmittag (Ortszeit) auf dem Twitter-Account des Weißen Hauses. Auch Vizepräsidentin Kamala Harris war demnach bei der Videokonferenz dabei.

US-Präsident Joe Biden
US-Präsident Joe Biden - Foto: © APA/AFP / JIM WATSON
Biden hält sich aktuell in Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten im US-Staat Maryland auf. Weitere Details zu der Videoschaltung waren zunächst nicht bekannt. Es war auch unklar, ob sich Biden am Sonntag noch öffentlich zu den aktuellen Ereignissen äußern wird.

Berichten zufolge hat US-Generalstabschef Mark Milley bei einem Telefonat mit Senatoren davor gewarnt, dass sich terroristische Gruppen wie Al-Kaida in Afghanistan deutlich schneller wieder formieren könnten als erwartet. Das berichteten der Sender CNN und das Nachrichtenportal Axios am Sonntag übereinstimmend unter Berufung auf Teilnehmer. Bei dem Telefongespräch zwischen hochrangigen Vertretern der Regierung und Senatoren beider Parteien soll Außenminister Antony Blinken auch erneut die Abzugspläne verteidigt haben.

„Wir verfügen über erhebliche Kapazitäten, um einer wieder aufkommenden terroristischen Bedrohung aus Afghanistan zu begegnen, und werden diese auch beibehalten“, hatte er am Sonntagmorgen im Interview mit dem Sender NBC gesagt.

Die USA hatten am Wochenende aufgrund des Vormarschs der militant-islamistischen Taliban damit begonnen, ihre Botschaft in Kabul zu evakuieren und das Personal an den Flughafen zu verlegen. Von dort sollte ein Großteil ausgeflogen werden. Andere westliche Staaten wie Deutschland oder Frankreich taten das Gleiche.

Der Sender CNN berichtete am Sonntagnachmittag, dass die Räumung der US-Botschaft abgeschlossen sei. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür aber nicht. Eigentlich war erwartet worden, dass der Vorgang mehrere Tage dauern werde.

apa/dpa

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