Montag, 05. Juli 2021

Biden fordert am US-Nationalfeiertag zur Impfung auf

Präsident Joe Biden hat die US-Amerikaner am Nationalfeiertag mit Nachdruck zur Impfung aufgefordert, um gemeinsam die „Unabhängigkeit“ vom Coronavirus zu erreichen.

Impfen sei das Patriotischste, was die US-Bürger machen könnten, erklärte US-Präsident Joe Biden am Unabhängigkeitstag am 4. Juli.
Impfen sei das Patriotischste, was die US-Bürger machen könnten, erklärte US-Präsident Joe Biden am Unabhängigkeitstag am 4. Juli. - Foto: © APA/AFP/GETTY / ALEX WONG
Sich impfen zu lassen sei das „Patriotischste“, was die Bürger jetzt tun könnten, sagte Biden am Sonntagabend (Ortszeit) im Garten des Weißen Hauses. „Also bitte: Falls Sie noch nicht geimpft sind, tun Sie es. Tun Sie es jetzt - für sich selbst, für Ihre Lieben, für Ihre Gemeinde, für Ihr Land.“

Dank der Impfkampagne seien die USA „näher dran als je zuvor, ihre Unabhängigkeit von dem tödlichen Virus zu erklären“, betonte Biden. Das Virus sei aber noch nicht besiegt, zudem gebe es neue gefährliche Varianten.

„Aber die beste Verteidigung gegen diese Varianten ist, sich impfen zu lassen“, sagte Biden. Dank der Impfungen kontrolliere das Virus das Leben der Menschen nicht mehr, „es lähmt unser Land nicht mehr, und es liegt in unserer Macht, dafür zu sorgen, dass es nie wieder so kommt“.

Feuerwerk und Grillfest im Weißen Haus

Biden beging den Feiertag mit einem großen Grillfest im Garten des Weißes Hauses für rund 1000 geladene Gäste. Darunter waren viele Soldaten, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und deren Familien.

Nach Sonnenuntergang wurde über Washingtons historischer Flaniermeile unweit des Weißen Hauses, der National Mall, das traditionell am 4. Juli übliche Feuerwerk gezündet. Dort hatten sich Tausende Menschen versammelt, um das Feuerwerk aus nächster Nähe zu verfolgen.

Fernsehbilder zeigten am Abend auch in anderen Städten wie Nashville und New York große Menschenmengen bei ausgelassenen Feiern und Open-Air-Konzerten.

Der Unabhängigkeitstag hatte in diesem Jahr auch besondere Bedeutung, weil Biden bis dahin ein neues Impfziel erreicht haben wollte. Das Ziel wurde jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt.

Bis Sonntag sollten 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten haben. Bisher bekamen jedoch nur 67 Prozent, oder 173 Millionen Menschen, mindestens die erste Impfung, wie Daten der Gesundheitsbehörde CDC zeigten. Gut 58 Prozent aller Erwachsenen sind bereits vollständig geimpft.

Das Weiße Haus hatte bereits Ende Juni eingeräumt, das Impfziel könne wohl nicht erreicht werden. Im Schnitt werden pro Tag in etwa eine Million Menschen geimpft - deutlich weniger als die mehr als 3 Millionen auf dem Höhepunkt der Impfkampagne im Frühjahr. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen haben inzwischen 55 Prozent mindestens die erste Spritze bekommen.

In den USA werden vor allem die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna eingesetzt, jener von Johnson & Johnson spielt eine geringere Rolle. Die Regierung hat sich reichlich Impfstoff gesichert und bereits damit begonnen, Millionen Dosen an andere Länder abzugeben.

apa