Samstag, 28. August 2021

Biden lässt seinen Worten Taten folgen: IS-Terroristen mit Drohne getötet

Nach dem Terroranschlag am Flughafen von Kabul hat US-Präsident Rache angekündigt. Nun hat er seinen Worten Taten folgen lassen und einen Luftangriff auf einen ranghohen IS-Terroristen ausgeführt. Derweil rechnen die USA mit weiteren Anschlägen am Flughafen in Kabul.

US-Präsident Biden kündigte Rache an. Nun ließ er seinen Worten Taten folgen.
US-Präsident Biden kündigte Rache an. Nun ließ er seinen Worten Taten folgen. - Foto: © ANSA / Stefani Reynolds / POOL
Die USA haben mit einem Vergeltungsangriff auf den tödlichen Terroranschlag in Kabul reagiert und einen örtlichen Ableger der Terrormiliz IS attackiert.

„Ersten Anzeichen zufolge haben wir das Ziel getötet“, sagte Sprecher Bill Urban. Ein Vertreter der US-Regierung, der nicht genannt werden wollte, sagte, mit einer Drohne vom Typ Reaper sei ein Wagen angegriffen worden.

Darin seien ein Planer des Attentats und ein IS-Mitglied gewesen. US-Präsident Joe Biden hatte das Verteidigungsministerium angewiesen, einen Angriff auf ISIS-K, den afghanischen IS-Ableger, zu planen. Die mit dem IS verfeindeten Taliban erklärten, einige IS-Mitglieder seien verhaftet worden.

Unbemannter Angriff aus der Luft


Isis-K ist ein örtlicher Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Amerikaner sprechen von Isis statt vom IS – daher bezeichnen sie den Zweig als Isis-K.

Als unbemannte Luftschläge bezeichnen die US-Streitkräfte in der Regel Angriffe mit ferngesteuerten Drohnen, die ihre Ziele unbemerkt aus großer Höhe ins Visier nehmen können. Die USA hatten im Zuge des Abzugs ihrer Truppen aus Afghanistan immer wieder betont, dass sie auch ohne Soldaten am Boden die Fähigkeit hätten, Luftschläge aus der Ferne auszuüben.



Biden: „Wir werden euch jagen“


US-Präsident Joe Biden hatte nach der blutigen Attacke von Kabul Rache geschworen. Bei dem Terrorangriff am Flughafen waren am Donnerstag Dutzende Menschen getötet worden – darunter 13 US-Soldaten. Einige Medien berichten von fast 200 Toten.

„Wir werden nicht vergeben. Wir werden nicht vergessen. Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen“, hatte Biden kurz nach dem Anschlag gesagt. Am Freitag bekräftigte seine Sprecherin Jen Psaki die Entschlossenheit des Präsidenten: „Er hat klar gemacht, dass er nicht will, dass sie noch auf der Erde leben.“ Sie reagierte damit auf die Frage, ob Biden die Urheber der Attacke töten lassen oder vor Gericht stellen wolle. Biden sei über entsprechende Pläne zu möglichen Angriffszielen informiert worden, sagte Psaki.

„Beginn der Rache“

„Der Schlag gegen Isis-K ist der Beginn der Rache“, betont der republikanische Kongressabgeordnete Adam Kinzinger nach dem Angriff.

„Glückwunsch an unser Militär und gute Entscheidung von Präsident Biden. Nichts wird unseren Verlust an Männern wettmachen, aber er darf nicht unbeantwortet bleiben“, so Kinzinger weiter.




Lage am Flughafen bleibt hochgefährlich


Die Lage am Flughafen Kabul, wo die US-Luftwaffe ihre Evakuierungsflüge fortsetzt, bleibt unterdessen hochgefährlich. US-Bürger, die sich am Abbey-Gate, Ost-Gate, Nord-Gate oder New-Ministry-of-Interior-Gate aufhielten, „sollten das Gebiet sofort verlassen“, appellierte die US-Botschaft. Stunden vor der Terrorattacke am Donnerstag hatte sie eine ähnliche Warnung veröffentlicht.

„Die Bedrohung ist akut, sie dauert an. Unsere Truppen sind immer noch in Gefahr“, hatte Psaki am Freitag gesagt. Biden sei bei einem Treffen mit seinem nationalen Sicherheitsteam darüber informiert worden, „dass ein weiterer Terroranschlag in Kabul wahrscheinlich ist“. Die kommenden Tage werden nach Angaben des Weißen Hauses die gefährlichsten des Evakuierungseinsatzes sein. Biden hatte am Freitag dennoch betont, dass die USA weiter Menschen ausfliegen würden und es ein „lohnender Einsatz“ sei.

Die Hintergründe der dramatischen Krise in Afghanistan hat STOL-Reporter Ivo Zorzi zusammengefasst.

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apa/stol