Mittwoch, 11. März 2020

Biden setzt Siegeszug bei Vorwahlen der US-Demokraten fort

Der US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat bei den Vorwahlen der oppositionellen Demokraten seinen Siegeszug fortgesetzt.

Joe Biden hat Prognosen zufolge die Vorwahl im US-Staat Michigan gewonnen.
Joe Biden hat Prognosen zufolge die Vorwahl im US-Staat Michigan gewonnen. - Foto: © APA (AFP) / MANDEL NGAN
Der frühere Vizepräsident gewann laut Prognosen am Dienstag in den Bundesstaaten Michigan, Mississippi und Missouri gegen seinen linksgerichteten Rivalen Bernie Sanders.

Ergebnisse aus den Bundesstaaten Idaho, North Dakota und Washington standen zunächst aus.

Michigan kam bei dieser Vorwahlrunde die zentrale Rolle zu: Dort wurden 125 und damit besonders viele der Parteitagsdelegierten vergeben, die im Juli den Präsidentschaftskandidaten nominieren werden.

Insgesamt wurde am Dienstag in den 6 Bundesstaaten über 352 der 3979 Delegierten entschieden. Sie werden proportional zum Wahlergebnis der Bewerber verteilt. Insgesamt geht es hier um etwa 9 Prozent aller regulären Parteitagsdelegierten. Angesichts der vergleichsweise vielen zu verteilenden Stimmen wurde der Vorwahltag auch „Mini Super Tuesday“ genannt.

Biden seit „Super Tuesday“ Favorit

Biden ist seit seinem Erfolg beim Superwahltag „Super Tuesday“ vor einer Woche Favorit für die Präsidentschaftskandidatur. Der 77-jährige Mitte-Politiker hatte am Super-Dienstag zehn von 14 Bundesstaaten für sich entschieden. Der einstige Stellvertreter des früheren Präsidenten Barack Obama könnte seinen Vorsprung auf den linksgerichteten Senator Sanders nun entscheidend ausbauen.

Schätzungen zufolge hatte Biden vor den 6 Vorwahlen vom Dienstag bereits 670 Delegiertenstimmen gewonnen, Sanders 574. Um zum Herausforderer von Präsident Donald Trump gekürt zu werden, braucht ein Bewerber beim Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli im ersten Wahlgang mindestens 1991 Delegiertenstimmen.

Rund um den Super-Dienstag waren außer Biden und Sanders alle anderen wichtigen Präsidentschaftsbewerber der Demokraten aus dem Rennen ausgestiegen. Die meisten haben sich seither hinter Biden gestellt. Bei den Demokraten halten viele den selbst ernannten „demokratischen Sozialisten“ Sanders für zu links, um die Präsidentschaftswahl im November gegen Trump gewinnen zu können. Am Dienstagabend stellte sich der Mitte Februar aus dem Präsidentschaftsrennen ausgestiegene Unternehmer Andrew Yang hinter Biden.

Bittere Schlappe für Sanders

Für Sanders ist die sich in Michigan abzeichnende Schlappe besonders bitter: Der heute 78-Jährige hatte in dem industriell geprägten Bundesstaat im Mittleren Westen bei den Vorwahlen 2016 noch gegen seine Rivalin Hillary Clinton gewonnen. Clinton setzte sich aber schließlich gegen Sanders durch - und verlor die Präsidentschaftswahl gegen den Republikaner Trump, der unter anderem in Michigan siegte.

Michigan ist ein „Swing State“, bei dem das Rennen zwischen Demokraten und Republikanern traditionell knapp ausfällt. Bei der Präsidentschaftswahl im November dürfte dem Bundesstaat wieder eine Schlüsselrolle zufallen.

Die Vorwahlen der Demokraten finden unter dem Eindruck der sich auch in den USA verschärfenden Coronavirus-Krise statt. Sowohl Biden als auch Sanders sagten für Dienstagabend geplante Auftritte in Cleveland im Bundesstaat Ohio ab. Zur Begründung nannten ihre Wahlkampfteams Bedenken der Behörden hinsichtlich größerer Menschenansammlungen.

apa