Dienstag, 08. März 2016

„Bin seit zwei oder drei Tagen SVP-Mitglied“

Die Südtiroler Volkspartei schickt mit Rechtsanwalt Christoph Baur einen Neuling ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters in Bozen. Baur, der tags zuvor vom Koordinierungsausschuss nominiert worden war, stellte sich am Dienstag am Parteisitz der Presse. Auf die Frage, wie lange er schon Mitglied der SVP sei, meinte der 65-Jährige, er wisse es nicht genau, „so etwa seit zwei, drei Tagen“.

Für die SVP will er in Bozen den Bürgermeistersessel erobern. Sollte das nicht klappen, nimmt er den Vize-Posten ins Visier. Der Rechtsanwalt Christoph Baur ist ab sofort in Wahlkampf-Modus. - Foto: DLife/lo
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Für die SVP will er in Bozen den Bürgermeistersessel erobern. Sollte das nicht klappen, nimmt er den Vize-Posten ins Visier. Der Rechtsanwalt Christoph Baur ist ab sofort in Wahlkampf-Modus. - Foto: DLife/lo

Stadtobmann Dieter Steger unterstrich, dass die SVP im ersten Wahlgang mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen gehe, um damit den Bürgern eine Auswahl zu bieten. Er trat damit Berichten italienischer Medien entgegen, die bis zuletzt spekuliert hatten, dass die SVP den Kandidaten des Partito Democratico unterstützen würde.

Kompetent und unabhängig

Baur passe sehr gut ins Anforderungsprofil der SVP. Er sei in hohem Maß kompetent, zeichne sich durch seine Persönlichkeit aus und sei unabhängig. Sollte er wegen des Sprachgruppenverhältnisses, was wahrscheinlich sei, nicht zum Bürgermeister gewählt werden, würde Baur Vizebürgermeister.

Baur will die Verwaltung umbauen

Baur selbst nannte eine Erneuerung der Verwaltung und der Gremien als eines seiner wichtigsten Ziele. Er habe den Eindruck, dass in Bozen alles „ideologisiert“ sei. In den Gremien würde viel diskutiert, aber es gebe wenig Entscheidungen. Die Verwaltung sollte effizienter und bürgernäher werden.

Keine Auskunft zu Flughafen und Benko-Projekt

Zu heißen Themen wir Flughafen und „Benko-Projekt“ wolle er keine Stellung abgeben, da er bei den Referenden genauso nur eine Stimme habe, wie jeder andere Bürger. Die Entscheidung der Bürger zum „Benko-Projekt“ wolle der Kommissar von Bozen noch umsetzen. Die neue Stadtverwaltung habe dann nur diese Beschlüsse und Verträge umzusetzen. Ihm wäre jedoch lieber, wenn „die Stadtplanung eines für die Stadt so wichtigen Areals unter der Regie der Stadt“ erfolgen könnte, meinte Baur.

In Bozen ist für den 8. Mai eine Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl angesetzt – ebenso in den drei anderen, derzeit kommissarisch verwalteten Gemeinden, Freienfeld, Niederdorf und Schluderns. Falls keiner der Bürgermeisterkandidaten eine absolute Mehrheit erhalten sollte, findet am 22. Mai, also zwei Wochen später, eine Stichwahl satt.

apa

stol