Landesrätin <b>Magdalena Amho</b>f erwartet, dass die Protestmaßnahmen nun beendet werden. Andrea Perger, Sprecherin der Initiative „Qualitätsmarke Bildung Südtirol“, geht hingegen davon aus, dass auch ab Herbst noch Lehrer und Lehrerkollegien weiterhin dafür sein werden, keine unterrichtsergänzenden Tätigkeiten durchzuführen.<BR /><BR />Lehrer, die am Anfang ihrer Berufskarriere als Grund-, Mittel- oder Oberschullehrer stehen, werden 5.300 Euro brutto an Lohnerhöhung jährlich erhalten, Lehrer mit mindestens 28 Dienstjahren hingegen 6.000 Euro. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299621_image" /></div> <BR /><BR />Die Lehrpersonen der Berufsschulen, der Musikschulen und die Kindergärtnerinnen werden hingegen eine jährliche Reallohnerhöhung von jeweils 5.200 Euro brutto beziehen – unabhängig vom Dienstalter. Sie hatten bereits eine Einigung erzielt, berichtet Gewerkschafter <b>Hubert Kainz</b> (SGB/CISL). Nun muss noch der Vertragstext erstellt und unterschrieben werden, Rechnungshof und Unterrichtsministerium müssen grünes Licht geben. Ab Juni oder Juli sollen die Erhöhungen ausgezahlt werden.<BR /><BR />Die Gewerkschaften wären dafür gewesen, älteren Lehrern an Grund-, Mittel- und Oberschulen eine noch deutlichere Erhöhung zukommen zu lassen. Aber die Landespolitik zog da nicht mit, bedauert Kainz. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299624_image" /></div> <BR /><BR />„Mit diesem Vertrag werden vor allem qualifizierte Lehrpersonen bessere Einstiegsgehälter bekommen“, meint auch Personallandesrätin Magdalena Amhof. „Wir wollten eine klare Unterscheidung zwischen den nicht ausgebildeten Supplenzlehrern und den ausgebildeten Lehrern, um auch die Supplenten dazu zu animieren, die Ausbildung zu absolvieren und sich zu qualifizieren.“ Das Berufsbild des Lehrers müsse attraktiver werden. „Es kommt eine Pensionierungswelle und wir brauchen junge Leute an den Schulen“, meint Amhof. Was die Protestmaßnahmen betrifft, so stellt die Landesrätin klar, „dass diese, was das Gehalt betrifft, nie gerechtfertigt waren.“ Sie erwarte sich nun, „dass die Protestmaßnahmen aufhören – auch im Sinne einer guten Schule“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1299645_image" /></div> <BR /><BR />Laut <b>Andrea Perger</b> war diese Einigung zwar ein wichtiger Schritt und es sei sehr positiv, dass die Reallohnerhöhungen rückwirkend ausgezahlt werden. „Aber viele Lehrer haben sich erwartet, dass die Erhöhung des Staates an die Südtiroler Lehrer weitergegeben wird“, berichtet Perger. Einen Normalzustand wie vor dem Protest werde es im Herbst sicherlich nicht geben. Unter den Lehrern habe sich viel angestaut und es gebe noch viel zu tun. „Zum Beispiel sind wir bei keinem Ausflug rechtlich abgesichert“, bemängelt Perger. <b>Petra Nock</b> (ASGB) geht von einem Umdenken zumindest in einigen Lehrerkollegien aus: „Dort werden die Protestmaßnahmen ausgesetzt.“<h3> So geht es nach dieser Einigung weiter</h3>Nach der Einigung zwischen Lehrer-Gewerkschaften und Landesagentur am Freitag zu den Reallohnerhöhungen (92 Millionen Euro) sind noch längst nicht alle Punkte geklärt. <BR /><BR />So muss noch ausgehandelt werden, wie Extratätigkeiten des Lehrpersonals künftig entlohnt werden – etwa wenn ein Lehrer die Funktion eines Klassenlehrers ausübt oder die eines Tutors, der Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern zur Seite steht. Weiters muss auch die Annäherung der Gehälter angegangen werden: Grundschullehrer, die eine akademische Ausbildung vorweisen können, sollen in Zukunft ähnlich viel verdienen wie Mittelschullehrerinnen und -lehrer mit akademischer Ausbildung. Bisher verdienen die Akademikerinnen in der Grundschule deutlich weniger als jene in der Mittel- und Oberschule, sagt Personallandesrätin Magdalena Amhof. „Angestrebt wird eine Annäherung an die 8. Funktionsebene, was die Höhe des Gehalts betrifft“, erklärt Gewerkschafter Hubert Kainz (SGB/CISL).