Sonntag, 18. April 2021

Bischof Muser begeht Hochfest der Diözesanpatrone

Am heutigen Sonntag, 18. April, hat die Diözese das Hochfest ihrer Patrone Kassian und Vigilius mit einem Pontifikalamt im Brixner Dom, aber ohne traditionelle Kassiansprozession, gefeiert.

Bischof Ivo Muser vor den heiligen Reliquien und das Hochfest im Brixner Dom.
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Bischof Ivo Muser vor den heiligen Reliquien und das Hochfest im Brixner Dom. - Foto: © Diözese Bozen-Brixen
Die Prozession konnte auch heuer – wie schon im vergangenen Jahr - wegen der Corona-Bestimmungen nicht stattfinden. Ausgehend von den Auswirkungen der Pandemie auf die Gesellschaft sagte Bischof Ivo Muser in seiner Predigt: „Ganz gegen den Trend hilft uns der Glaube zu erkennen: Nicht die Gesundheit ist das höchste Gut unseres Lebens. Das höchste Gut ist für uns Menschen der Gott Jesu Christi.“

Hochfest wird seit über 300 Jahren feierlich begangen


Das Hochfest der Diözesanpatrone Kassian und Vigilius, das seit über 300 Jahren in Brixen feierlich begangen wird, musste auch heuer wegen der Corona-Vorsichtsmaßnahmen ohne die traditionelle Kassiansprozession durch die Straßen der Stadt und ohne den abschließenden Segen auf dem Domplatz auskommen.

Anstelle der Prozession mit den heiligen Reliquien, die begleitet von Musikkapellen, Schützen, Vereinen und Verbänden und nicht zuletzt von einem langen Zug von Gläubigen aus Stadt und Land, durch die Straßen der Stadt getragen werden, folgte dem dreisprachigen Gottesdienst mit Bischof Ivo Muser eine kurze Andacht, die mit dem Päpstlichen Segen abgeschlossen wurde.

Ist der Glaube systemrelevant?

Beim Pontifikalamt griff der Bischof in seiner Predigt das alles dominierende Thema dieser Tage und Monate - die Corona-Pandemie und ihre Begleiterscheinungen - auf, um die Frage in den Raum zu stellen, ob der Glaube systemrelevant sei.

So erläutert der Bischof: „Seit gut einem Jahr sind die öffentliche Diskussion und die Medien, aber auch unsere Alltagsgespräche und unsere Wahrnehmung von einem Thema besetzt: Corona – und noch einmal Corona. In diesem Zusammenhang war immer wieder auch ein anderes Wort zu hören: systemrelevant. Mir persönlich wurde dieses Wort immer verdächtiger, um nicht zu sagen unsympathischer und fragwürdiger. Von welchem System ist denn hier die Rede? Wie ist es mit dem Glauben an Christus, den Auferstandenen? Ist dieser Glaube systemrelevant? Oder anders ausgedrückt: Hilft uns der Glaube zu leben oder ist er für ein gutes, sinnerfülltes Leben nicht oder nicht mehr relevant?“

Corona zwinge zur Auseinandersetzung mit der Verletzlichkeit und der Sterblichkeit

Die Antwort des Bischofs auf die von ihm gestellte Frage lautete: „Corona hat uns auf ungewohnte und auch schmerzliche Weise gezeigt, wie brüchig das System unserer Gesellschaft ist und wie eine Gesellschaft, die in vielen Bereichen vor allem auf äußeres Wachstum setzt, in Krise gerät und aus der Bahn geworfen wird. Corona zwingt uns, dass wir uns mit unserer Verletzlichkeit und Sterblichkeit auseinandersetzen!“

Bezogen auf den Glauben sagte der Bischof: „Ganz gegen den Trend und gegen den Strom unserer Gesellschaft hilft uns der Glaube zu erkennen: Nicht die Gesundheit ist das höchste Gut unseres Lebens. Das höchste Gut ist für uns Menschen der Gott Jesu Christi, der nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden ist! Ist dieser Glaube nicht im höchsten Maße lebensfördernd und lebensrelevant? Gibt es eine Zusage, die mehr mit dem Leben zu tun hat, als unser Osterglaube, der bekennt, dass nicht der Tod, sondern dass Gott und damit das Leben siegen werden?“


stol/mai