Montag, 20. Januar 2020

Große Anteilnahme am Tod Otto Saurers

Wie berichtet, ist der langjährige SVP-Landesrat und Landeshauptmannstellvertreter Otto Saurer am Sonntagabend einem Krebsleiden erlegen. Zahlreiche Parteifreunde, Wegbegleiter und auch Bischof Ivo Muser zeigen sich tief betroffen und drücken ihre Trauer aus.

Besonders das Allgemeinwohl, das „Wir“ und nicht das „Ich“, sei Otto Saurer (im Bild) wichtig gewesen, unterstreicht Bischof Ivo Muser.
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Besonders das Allgemeinwohl, das „Wir“ und nicht das „Ich“, sei Otto Saurer (im Bild) wichtig gewesen, unterstreicht Bischof Ivo Muser.
Südtiroler Volkspartei trauert um einen ganz Großen der Südtiroler Sozialpolitik

Die Gemeinschaft der Südtiroler Volkspartei ist tief betroffen vom Tod des langjährigen Landeshauptmann-Stellvertreters und Landesrates Otto Saurer: Der aus dem Vinschgau stammende Rechtsanwalt hat 1975 den Arbeitnehmer-Flügel mitgegründet – und während Jahrzehnten die Südtiroler Sozialpolitik entscheidend mitgeprägt.

„Wir verneigen uns vor seinem beharrlichen Einsatz zum Wohle unseres Landes“, unterstreicht SVP-Obmann Philipp Achammer, „und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.“

„Soziales, Arbeit, Bildung, Gesundheit – dies waren die Kernbereiche, in welchen sich der gestorbene Otto Sauer nicht nur mit großem Fachwissen, sondern mit ebenso großer Leidenschaft engagiert hatte.“

„Otto Saurer war ein ganz Großer in den Reihen der Südtiroler Volkspartei“, würdigt Philipp Achammer den Verstorbenen: „Zeit seines Lebens hat er sich mit großer Überzeugung und ebensolchem Erfolg für sozialpolitische Themen eingesetzt – und unser Land so mit seinem überzeugten Eintreten sowie seiner geradlinigen und ehrlichen Politik entscheidend mitgeprägt.“ Die Südtiroler Volkspartei wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren und drückt seiner Familie ihr Mitgefühl aus.


Landeshauptmann Kompatscher würdigt Otto Saurer als sozialen Vordenker


Landeshauptmann Arno Kompatscher würdigt den gestorbenen Landespolitiker Otto Sauer als „einen wichtigen Vordenker in autonomie- und sozialpolitischen Fragen“. Otto Saurer habe als Sozialdemokrat die Gesundheits-, Sozial- und Bildungspolitik Südtirols wesentlich mitgeprägt und dabei stets den sozialen Ausgleich im Blick gehabt.

„In der überregionalen Zusammenarbeit hat Otto Saurer mit seinem Engagement für Minderheiten oder für die Zusammenarbeit der Alpenländer ebenso Impulse gesetzt, wie im Wohnbau oder der Bildungspolitik“, betont Landeshauptmann Kompatscher.

„Partizipation und Nachhaltigkeit - Begriffe, die aus dem heutigen politischen Vokabular nicht mehr wegzudenken sind, waren Otto Saurer schon immer ein Anliegen“, betont Landeshauptmann Kompatscher, der im eigenen und im Namen der Landesregierung den Angehörigen sein Mitgefühl ausspricht.

„Mit Otto Saurer verliert Südtirol ein politisches Schwergewicht. Sein soziales Gewissen bleibt als großes Vermächtnis und Auftrag für seine Nachfolger im politischen und sozialen Leben.“

Noggler: „Die soziale Säule der Autonomie“

Landtagspräsident Noggler würdigt das politische Werk des langjährigen Abgeordneten und Landesrats.

„Dass unsere Autonomie nicht nur kulturell und wirtschaftlich Erfolge gebracht, sondern auch eine starke soziale Säule hat, verdanken wir zu einem guten Teil auch Otto Saurer“, erklärt Landtagspräsident Noggler zum Ableben des langjährigen Abgeordneten und Landesrates.

„Saurer war früh politisch und gesellschaftlich aktiv, als SH-Vorsitzender, als Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde Prad, als Gründer der Arbeitnehmer. Sein Engagement galt von Anfang an dem sozialen Bereich. Als Direktor des WOBI hat er die Wohnbaupolitik mitgestaltet, als Landesrat für Soziales, Arbeit, Gesundheit und zuletzt für Bildung hat er vor allem die Sozialpolitik des Landes geprägt und wesentlich dazu beigetragen, dass die Lebensqualität, die Südtirol auszeichnet, auch breite Schichten erreicht. Im Landtag, dem Saurer 1983 bis 2008 angehörte, wurde er von den Abgeordneten stets als korrekter Ansprechpartner mit Sinn für das demokratische Spiel der Kräfte geschätzt.“


Die Grünen: Vordenker und Wegbereiter für Neuerungen



Wie die Grünen in einer Mitteilung schreiben, seien sie vom Tod Otto Saurers tief betroffen und nehmen Anteil am Schmerz der Familie und der vielen Freundinnen und Freunde.

„Wie wenige andere hat er die Politik Südtirols jahrzehntelang mitgestaltet. Mit großer Weitsicht hat er vor allem Soziales und Sanität verwaltet und war immer auch uns Grünen gegenüber sehr wohlwollend gesinnt, auch wenn er ehrlich zugab, dass sein Hauptaugenmerk nicht der Ökologie gelte. Sein Herz schlug ganz und gar für das Soziale, für die Gerechtigkeit, für den Respekt aller Mitglieder der Gesellschaft, auch und besonders der Schwächsten. Die Offenheit, Zähigkeit, Menschlichkeit und Bedächtigkeit, mit denen er Probleme aufgriff und Lösungen suchte, kann allen Politikern ein Vorbild sein. Viele in unseren Reihen haben persönliche Erinnerungen an Otto Saurer, als Arbeitnehmer, als Landtagskollege, als Bildungslandesrat und als Gesundheitslandesrat, als Vordenker und Wegbereiter für Neuerungen, als einen der seltenen Politiker, die lieber zuhören als reden. Und vielen von uns hat er in unseren jeweiligen Rollen zugehorcht. Gerne erinnern wir uns auch an seinen herrlichen Humor und sein mitreißendes Lachen aus tiefer Seele.“

Arbeitnehmer: „Ihm ging es um die Menschen!“

Die Arbeitnehmervorsitzende, Magdalena Amhof und deren Stellvertreterin, Waltraud Deeg, kondolieren zum Tod von Otto Saurer.

„Traurig und tief betroffen sind wir ArbeitnehmerInnen in der Südtiroler Volkspartei über den Tod unseres Freundes, unseres Weggefährten und unseres Mitstreiters Dr. Otto Saurer und verabschieden uns in Dankbarkeit von einem Menschen, der für so viele mehr als nur ein einfacher, ein konformer Politiker war.

Otto Saurer war einer der Gründungsväter unserer Bewegung, zu der er bedingungslos, aber durchaus auch kritisch, all die Jahre seines politischen Wirkens stand. Schon allein deshalb sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet. Aber ihn hat so Vieles mehr zu der Persönlichkeit gemacht, die er war.

Als Politiker war er ein Visionär - einer der sich immer wieder an Neues heranwagte, Entscheidungen nicht scheute, sie aber im Bewusstsein traf, vorher die Meinung anderer angehört zu haben, sich mit ihnen sachlich auseinandersetzte und schließlich die Verantwortung übernahm.
Sein Wirken fasst sich zusammen in einem politischen Erbe, das die Zeit überdauerte und heute unverrückbar einen Teil des modernen Südtirol ausmacht. Im Gesundheitswesen hat Otto Saurer gut funktionierende Krankenhausstrukturen aufgebaut. Im Bildungswesen waren es die Fachschulen, die unter seiner politischen Führung entstanden sind. Als Soziallandesrat hat Otto Saurer die Sozial- und Gesundheitssprengel eingeführt oder auch die Berufsbilder im Gesundheits- und Sozialbereich aufgewertet.

Besondere Aufmerksamkeit schenkte er den Menschen, für die das Leben ganz besonders schwierige Herausforderungen vorgesehen hatte - weit über sein politisches Engagement hinaus.
Ein unverkennbares Merkmal, welcher den Kern von Otto Saurers Politik ausmachte, war, dass er den Menschen ins Zentrum seiner politischen Bemühungen stellte. Sein langjähriger Mitarbeiter und Vertrauter, Dr. Günther Andergassen, beschrieb ihn bei seinem Abschied aus der Politik folgendermaßen: „Loyalität und Vertrauen sind bei dir großgeschrieben. Diese Haltung hat Deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, uns, stark motiviert. Du hast immer versucht, Menschen zu überzeugen, sachlich, du wolltest die Menschen mitnehmen und hast ihnen dafür auch die Zeit gelassen.“ Eine Eigenschaft, die wir alle an ihm zu schätzen wussten.

Seine zurückhaltende und ruhige Art hat ihm viele Freundschaften über all die Jahrzehnte beschert, die Otto Saurer gerne pflegte. Dazu erinnert sich Magdalena Amhof: „Ich habe Otto als Schulfreund meines Vaters kennen und schätzen gelernt. Mein Vater sprach immer hochachtungsvoll von ihm, als wir selbst zu politischen Weggefährten wurden, bestätigte sich dieses Bild von ihm.“

Im Namen der ArbeitnehmerInnen möchte wir der Familie unser tiefes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilname ausdrücken.


Bischof Muser: „Dem Allgemeinwohl verpflichtet“

„Otto Saurer war ein Mensch, der sich über Jahrzehnte für soziale Gerechtigkeit und für eine Gesellschaft eingesetzt hat, die das „Wir„ vor das “Ich“ stellt“, sagt Bischof Ivo Muser zum Tod des langjährigen Landesrates Otto Saurer, der am Sonntagabend gestorben ist. Bischof Muser drückt den Angehörigen sein aufrichtiges Beileid aus.

Otto Saurer hat über Jahrzehnte die Südtiroler Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik geprägt. Nach seinem Ausscheiden aus der Landesregierung war Saurer u.a. Präsident von „La Strada – Der Weg“ und gehörte bis zuletzt dem Verwaltungsrat des Vereins an.

Für Bischof Ivo Muser war Otto Saurer ein Mensch, „der sich immer für die kleinen Leute eingesetzt und sich dabei selbst nicht in den Mittelpunkt gestellt hat“. Ein Beispiel dafür sei sein Engagement bei „La Strada – Der Weg“ gewesen, so der Bischof: „Saurer ging es darum, denjenigen zu helfen, die vom Weg abgekommen sind. Das machte er auf seine geduldige Art und ohne große Reden zu halten.“ Das Handeln von Otto Saurer sei immer von großem Respekt vor den Menschen geprägt gewesen, so Bischof Muser.


Besonders das Allgemeinwohl, das „Wir“ und nicht das „Ich“, sei Saurer wichtig gewesen, unterstreicht der Bischof. Für das Allgemeininteresse einzutreten sei heute wichtiger denn je, ist Bischof Muser überzeugt: „In der heutigen Gesellschaft steht das „Ich„, der Egoismus, leider immer öfter vor dem “Wir„. Otto Saurer hatte in seinem politischen und sozialen Wirken immer das „Wir„ vor Augen. Für ihn war wichtig, dass die Gesellschaft allen Menschen die gleichen Möglichkeiten und Chancen bietet und sie denjenigen, die Hilfe benötigen, Unterstützung zukommen lässt.“

Das AFI kondoliert

Die Trägerorganisationen in Rat und Ausschuss, der Präsident, die Leitung und das Team des Arbeitsförderungsinstituts bekunden ihre Anteilnahme am Heimgang von Dr. Otto Saurer.

Dr. Otto Saurer war Gründervater und treibende Kraft des Arbeitsförderungsinstituts, das für die Anliegen der Südtiroler Arbeitnehmerschaft forscht und publiziert. Otto Sauer hat ein Leben lang die Arbeitnehmerpolitik in Südtirol geprägt und erfolgreich vorangetrieben. Als Landesrat und Landeshauptmannstellvertreter hat er in Wohnbau, Wohlfahrtsstaat, Berufsbildung, Arbeitsmarkt, Schule und vor allem im Gesundheitswesen Maßstäbe gesetzt, heißt es aus dem AFI. „Der Mensch Otto Saurer, sein Lebenswerk und seine Leidenschaft für Gerechtigkeit und Ausgleich sind uns Vorbild und Ansporn, beharrlich weiter zu wirken für ein soziales und aufgeschlossenes Südtirol“, erklärt AFI-Präsident Dieter Mayr.

stol