Vergangene Woche meinte Konventspräsident Christian Tschurtschenthaler im STOL-Interview: „Die christlichen Werte gehört zu unserer Geschichte. Das ist ein Teil unserer DNA.“„Für ein Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln“ lautet am Donnerstag auch die Überschrift einer bischöflichen Pressemitteilung. Darin nimmt Ivo Muser Stellung zur aktuellen Präambel-Debatte.Er bittet die Mitglieder des Konvents der 33 „eindringlich, den Bezug zu den christlich-abendländischen Werten in das Dokument aufzunehmen.“Dies sei nicht nur deshalb wichtig, da der christliche Glauben die Geschichte, die Kultur und die Identität Südtirols zutiefst mitgeprägt habe und weiterhin präge. Mit dem Bezug würde auch die Bedeutung der Religion für das Zusammenleben der Menschen unterstrichen werden.Muser: Gesellschaft ohne Gott ist Gesellschaft ohne Werte„Eine Gesellschaft, die die religiöse Dimension ganz in die Privatsphäre drängt, wird notgedrungen zu einer Gesellschaft ohne Gott und damit zu einer Gesellschaft, deren Werte und Grundsätze kein verbindendes und verbindliches Fundament mehr haben und damit ihre Allgemeingültigkeit verlieren“, schreiben Bischof Muser und sein Generalvikar Eugen Runggaldier.Die Menschen in Südtirol bräuchten auch in Zukunft Prinzipien, die nicht nur Ergebnis eines Konsenses oder einer Abstimmung seien, die jederzeit geändert werden könnten. Das Bekenntnis zu den christlichen Wurzeln sei ein Bekenntnis zu Werten, deren Garant Gott selber sei und die deswegen Bestand habe, unterstreichen die beiden.Recht auf ReligionsfreiheitMuser und Runggaldier verdeutlichen aber auch, dass „die Erwähnung der christlichen Wurzeln in der Präambel sich nicht als Standpunkt gegen das Recht auf Religionsfreiheit, gegen den modernen pluralistischen Staat, gegen Menschen anderer Religionen oder gegen jene Menschen, die keiner Glaubensgemeinschaft angehören versteht.“Vielmehr sei es ein Bekenntnis zu den biblischen Grundwerten wie Liebe, Freiheit, Menschenwürde, Toleranz, Solidarität und Gerechtigkeit, ohne die keine demokratische Gesellschaft leben könne.Nächste Sitzung am 16. Juni„Aus diesen Gründen“, fordert Bischof Ivo Muser, „gehört das Bekenntnis zu den christlich–abendländischen Wurzeln in die Präambel des Schlussdokumentes des Konvents der 33 hinein.“Bleibt abzuwarten, inwieweit die bischöflichen Worte bei der nächsten Sitzung des Autonomiekonvents am 16. Juni in die Diskussion Eingang finden werden.stol