Drei Mal scheiterte die Koalition aus SVP und PD. Erst am Nachmittag, im vierten Wahlgang, wurde der neue Landtagsabgeordnete als Nachfolger von Barbara Repetto (PD) bestätigt. Allerdings bekam Bizzo nur 18 der 20 Stimmen der Mehrheit, da Landeshauptmann Luis Durnwalder und Landesrat Richard Theiner am Nachmittag bei einem Treffen mit dem österreichischen Außenminister Spindelegger in Tirol waren.Sieben Stimmzettel waren weiß, sechs Abgeordnete stimmten für Alessandro Urzì (PDL) und zwei für Elena Artioli (Lega Nord).Nach der Vereidigung von Roberto Bizzo (PD) als Landtagsabgeordneter am Vormittag hatte Christian Tommasini im Namen des "Partito Democratico" Roberto Bizzo als Landesrat vorgeschlagen. Dies tue er auf der Grundlage des Koalitionsabkommens zwischen SVP und PD; diese Zusammenarbeit wolle man fortsetzen. Nach der Debatte im Landtag wurde abgestimmt.Ergebnisse der Abstimmungen Die erste Abstimmung ergab elf weiße und einen ungültigen Stimmzettel (für Repetto), sieben Stimmen für Urzì, 14 für Bizzo, eine für Artioli. Die Wahl musste deshalb wiederholt werden.Die zweite Abstimmung ergab zwölf weiße und einen ungültigen Stimmzettel (für Schuler), acht Stimmen für Urzì, 13 für Bizzo, einen für Artioli. Auch dieser Wahlgang führte zu keinem Ergebnis. Auf Antrag von Pichler Rolle wurde die Sitzung für Beratungen in der SVP unterbrochen.Beim dritten Anlauf waren neun Stimmzettel weiß und keiner ungültig, 17 Abgeordnete stimmten für Bizzo, sieben für Urzì, zwei für Artioli. Damit wurde die erforderliche Mehrheit von 18 weiter verfehlt."Die Landesregierung hat keine Mehrheit mehr""Die Landesregierung hat keine Mehrheit mehr", betonte Alessandro Urzì (PDL) nach dem dritten Wahlgang. Er forderte, die Februarsitzung des Landtags zu schließen. Bis dahin solle eine neue Mehrheit gefunden werden, eventuell mit einem neuen Koalitionspartner. Die Opposition müsse sich ebenfalls über die zukünftige politische Orientierung beraten.In einem normalen Land würde es in einer solchen Situation Neuwahlen geben, meinte Pius Leitner (Freiheitliche) und forderte die Unterbrechung der Sitzung für Beratungen der Opposition.Für Sven Knoll (Südtiroler Freiheit) wäre es angebracht, wieder über die Verkleinerung der Landesregierung Gedanken zu machen.Andreas Pöder (Union für Südtirol) schloss sich der Forderung an, die Sitzung zu beenden. „Im Landtag war heute eine weitgehend handlungsunfähige und regierungsunfähige Mehrheitskoalition zu sehen“, meinte Pöder später in einer Aussendung. Elmar Pichler Rolle (SVP) beantragte hingegen, dass sofort ein vierter Wahlgang vorgenommen werde.Es sei evident, dass es keine Mehrheit für die Koalitionsparteien gebe, erklärte Hans Heiss (Grüne). Die Landesregierung müsse nun dazu umgehend Stellung nehmen. Der Landtag sei arbeitsfähig, die Exekutive nicht.Landtagspräsident Dieter Steger ließ dann über die verschiedenen Anträge zum Fortgang der Arbeiten abstimmen. Der Antrag zur Schließung der Sitzung wurde abgelehnt, Leitners Antrag auf Unterbrechung wurde stattgegeben. Die Arbeiten wurden dann am Nachmittag für den vierten und entscheidenden Wahlgang wieder aufgenommen.