Dienstag, 29. November 2016

Bizzo macht den Obama

Man muss das Rad nicht neu erfinden. Das dachte wohl auch Landtagspräsident Roberto Bizzo, als er am Dienstag einen Aufruf zur Teilnahme am Verfassungsreferendum am Sonntag verfasste.

Zwischen Roberto Bizzos Aufruf und Barack Obamas Ansprache lassen sich Parallelen erkennen.
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Zwischen Roberto Bizzos Aufruf und Barack Obamas Ansprache lassen sich Parallelen erkennen.

Vor knapp einem Monat lag die Welt Barack Obama nach einmal zu Füßen. Selbst in der Wahlnacht am 8. November blieb der US-Präsident cool, setzte sich vor eine Kamera und wandte sich in einer Ansprache an die Bürger. Am Ende seiner knapp zweiminütigen Rede, die BuzzFeed News auf Twitter veröffentlichte, meinte der Präsident scheinbar gelassen: „Und erinnert euch daran: Egal was passiert – die Sonne wird am Morgen wieder aufgehen. Und Amerika wird weiterhin das großartigste Land dieser Erde sein.“

Der Rest ist Geschichte: Die demokratische Kandidatin Hillary Clinton unterlag, die USA wählten Donald Trump zum neuen Präsidenten. Am 20. Januar 2017 wird er ins Amt eingeführt. Was dann folgt, steht größtenteils noch in den Sternen. Die Welt vermag Trump nicht einzuschätzen, die Unsicherheit ist groß.

Verfassung: Italien stimmt am Sonntag ab

Rund einen Monat nach der US-Wahl steht nun Italien vor seinem Wahltag. Am kommenden Sonntag stimmen die Bürger in einem Referendum über die Verfassungsreform von Reformenministerin Elena Maria Boschi und Premier Matteo Renzi ab. Lehnt das Volk diese ab, will Renzi als Ministerpräsident zurücktreten. In Südtirol plädieren das Edelweiß und der Partito Democratico für ein Ja, die Opposition sagt Nein. Die EU schaut – nach Brexit-Referendum und US-Wahl – mit bangen Blicken nach Italien. Für die Abstimmung am Sonntag gibt es kein Quorum – heißt: keine Mindestbeteiligung. Das Ergebnis, welches auch immer, gilt.

Bizzo, die Sonne und der US-Präsident

Für Roberto Bizzo, PD-Mann und aktuell Landtagspräsident, Grund genug, die Südtiroler an ihr Wahlrecht zu erinnern. Das nicht vorhandene Quorum sei „ein Grund mehr, nicht anderen die Entscheidung zu überlassen“, heißt es in seiner Pressemitteilung, die er am Dienstag an die Medien schickte. „Ich appelliere daher an alle wahlberechtigten Südtirolerinnen und Südtiroler, am Sonntag ins Wahllokal ihrer Gemeinde zu gehen und abzustimmen, damit dieser Akt der Demokratie auch ihre Handschrift trägt.“

Der Abschluss seiner Pressemitteilung liest sich dann etwas „Obama-inspiriert“: „Wie es auch ausgeht – am 5. Dezember wird wieder die Sonne aufgehen, und die Verfassung, welche es auch sein wird, wird weiterhin die Verfassung aller Bürgerinnen und Bürger sein“.

stol

stol