Freitag, 08. Januar 2016

Blaas fordert: Kriminelle mit Klassik beschallen

Im Kampf gegen die Kriminalität will einer im Landtag nichts unversucht lassen: der Freiheitlichen-Obmann Walter Blaas. Er fordert: Bahnhöfe und Co. sollen mit klassischer, „europäischer“ Musik bespielt werden. Das würde Kriminelle verschrecken. Oder zumindest vielleicht.

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Foto: © D

Einen Versuch ist es allemal wert, meint Walter Blaas. „Kein Denkanstoß und keine erprobten Mittel dürfen ausgeschlossen werden“, betont er – und packt dann aus: „Wir fordern an jenen Zug- und Busbahnhöfen in Südtirol, an denen ein erhöhtes Kriminalitätsaufkommen zu verzeichnen ist, während den Nachtstunden klassische Musik spielen zu lassen.“

Die Idee mag seltsam klingen, doch Blaas meint es ernst: Er hat seine in einen Beschlussantrag verpackt und an den Landtag geschickt. Dieser soll in Bälde darüber befinden.

Beruhigen oder gar vertreiben

Blaas verweist auf die nördlichen Nachbarn: „Die ÖBB hatte ein Experiment am Hauptbahnhof in Innsbruck gestartet, mit dem Ziel Kriminelle vom Bahnhof zu vertreiben. Dabei setzten die Bundesbahnen auf klassische Musik von Mozart, Vivaldi und Tschaikowsky. Die Beschallung des Bahnhofes mit klassischer, europäischer Musik sollte die dort umherstreifenden Kriminellen beruhigen oder sogar vertreiben. Wie aus Medienberichten hervorgeht, hat das Projekt Erfolge zu verbuchen. Seit in den Nachtstunden zwischen 20 und 6 Uhr früh klassische Musik gespielt werde, würden Dealer das Weite suchen – berichtet der ÖBB-Sprecher Johann Kapferer.“

Ebenso seien Steckdosen, „die von Kriminellen dazu genutzt wurden, um Mobiltelefone aufzuladen“, deaktiviert worden. Auch dies eine Maßnahme, die Blaas gerne in Südtirol umgesetzt sehen würde. Grund genug, diese Idee ebenfalls in den Beschlussantrag aufzunehmen.

stol

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