Mittwoch, 29. April 2020

Bombendrohung gegen Präsidentschaftskanzlei in Wien

Nach einer Bombendrohung gegen die Präsidentschaftskanzlei ist am Mittwochnachmittag die Wiener Hofburg evakuiert worden. Bundespräsident Alexander Van der Bellen befand sich im Gebäude, als die Drohung per Mail bei der Polizei eingelangt war. „Er wurde unmittelbar darauf in Sicherheit gebracht“, sagte der Sprecher des Bundespräsidenten, Reinhard Pickl-Herk, der APA.

„Die Bombendrohung ist per Mail bei der Polizei eingegangen“, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich.
„Die Bombendrohung ist per Mail bei der Polizei eingegangen“, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich. - Foto: © APA / GEORG HOCHMUTH
„Die Bombendrohung ist per Mail bei der Polizei eingegangen“, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich. Kurz nach 15.00 Uhr wurde mit der Evakuierung begonnen, der Ballhausplatz weiträumig abgesperrt. Im Mail hatte es geheißen, dass sich in der Hofburg Sprengstoff befindet. Abgeriegelt war auch der Bereich vor dem angrenzenden Bundeskanzleramt.

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Dutzende Polizisten sicherten das Gelände. Neben Polizeikräften war am Nachmittag auch die Rettung und Feuerwehr an Ort und Stelle. Der Leopoldinische Trakt der Hofburg wurde Stockweise mit Sprengmittelspürhunden durchsucht, die Tiere wechselten sich dabei ab.

Erst am Dienstag hatte es ebenfalls einen Polizeieinsatz vor der Präsidentschaftskanzlei gegeben. Ein 33-jähriger Mann war mit einer Machete bewaffnet dort aufgetaucht, er wollte laut eigenen Angaben mit Politikern sprechen. Bedroht hatte der Mann niemanden. Er wurde von der Wega überwältigt, die Staatsanwaltschaft stellte am Mittwoch einen U-Haft-Antrag, außerdem wurde ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Der Mann soll vor seiner Festnahme auch mehrfach im Büro des Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) angerufen haben. In einem Facebook-Posting bezog er sich wenige Stunden vor dem Vorfall ebenfalls auf den Nationalratspräsidenten.

Vor 18 Jahren, am 15. März 2002, gab es ebenfalls eine Bombendrohung gegen die Wiener Hofburg. In diesem Fall war es ein am Eingang zur Präsidentschaftskanzlei „geparkter“ Pkw, in dem sich der Sprengstoff hätte befinden können. Eine großräumige Sperren wurde errichtet und der Entschärfungsdienst alarmiert. Bombe fand sich keine. Der Autolenker, der zuvor eine „mediengerechte Explosion“ angekündigt hatte, wurde in die ehemalige Nervenheilanstalt in Maria Gugging (NÖ) eingeliefert.

apa