Dienstag, 17. August 2021

Borrell: EU wird mit den Taliban reden müssen

Die EU wird nach Einschätzung ihres Außenbeauftragten Josep Borrell einen Dialog mit den neuen Machthabern in Afghanistan aufnehmen müssen. „Die Taliban haben den Krieg gewonnen, also werden wir mit ihnen reden müssen“, sagte er am Dienstagabend nach einer Videokonferenz der EU-Außenminister.

EU-Außenminister  Josep Borrell  geht davon aus, dass die EU den Dialog mit den Taliban suchen muss.
EU-Außenminister Josep Borrell geht davon aus, dass die EU den Dialog mit den Taliban suchen muss. - Foto: © APA (AFP) / YVES HERMAN
Ziel soll es demnach unter anderem sein, eine mögliche neue Migrationskatastrophe und eine humanitäre Krise zu verhindern. „Wir müssen sicherstellen, dass die neue politische Situation in Afghanistan (...) nicht zu einer massiven Migrationsbewegung nach Europa führt“, erklärte Borrell.

Zudem soll nach den Worten des Spaniers verhindert werden, dass Afghanistan erneut zu einem Rückzugsort für internationale Terroristen werden kann. Um die Frage einer offiziellen Anerkennung der Taliban gehe es nicht.

In einer Erklärung aller 27 Mitgliedstaaten zu dem Treffen wurde zudem betont, dass die Zusammenarbeit mit einer künftigen afghanischen Regierung von einer ganz Reihe von Faktoren abhängig sein wird. Konkret genannt wurden dabei unter anderem die Achtung der Grundrechte aller Afghanen, einschließlich der Frauen, Jugendlichen und Angehörigen von Minderheiten.

Der Bevölkerung des Landes sicherte die EU zugleich eine Fortsetzung von humanitärer Hilfe zu. Man fordere alle Akteure dazu auf, sicheren und ungehinderten Zugang zu dieser Unterstützung zu gewähren.

Hintergrund: Deshalb ist Afghanistan eine tickende Zeitbombe

In Afghanistan regieren seit Jahrzehnten Krieg, Gewalt und Terror das Tagesgeschehen. Doch das war nicht immer so. Vor 60 Jahren war das Land am Hindukusch sogar ein beliebtes Reiseziel für Touristen – heute regieren wieder die radikalislamischen Taliban das Land und verbreiten Angst und Schrecken. STOL-Reporter Ivo Zorzi geht kurz auf die Hintergründe dieser dramatischen Krise ein:

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apa