Bei einem Gipfeltreffen der Regierungskoalition am Montag in Berlusconis Residenz in Arcore stellte Lega-Nord-Chef Umberto Bossi neue Bedingungen für den Verbleib seiner Gruppierung in der Koalition.So verlangt Bossi unter anderem die Verlegung einiger Ministerien nach Norditalien und eine Regierungsumbildung, mit der Spitzenleute seiner Partei weitere Ministerposten erhalten sollen. Bossi hofft auf das Amt des Justizministers, das Berlusconis Vertrauensmann Angelino Alfano bald freimachen sollte, um sich ganz seiner neuen Funktion als PdL-Koordinator zu widmen. Am Treffen in Arcore beteiligte sich auch Wirtschaftsminister Giulio Tremonti, den Berlusconi zunehmend unter Druck setzt. Tremontis rigorose Sparpolitik sei in dieser schwierigen Wirtschaftsphase besonders unpopulär und für das Wahldebakel der Regierungskoalition mitverantwortlich, kritisierten Spitzenmitglieder der PdL-Partei. Die Allianz mit der Lega sei solide und werde bis Ende der Legislaturperiode halten. „Dieses Treffen hat uns gestärkt“, meinte Alfano. Umberto Bossi verließ das Treffen mit Berlusconi und den PdL-Vertretern ohne Kommentar.mit