Dienstag, 05. November 2019

Bozen braucht 50 weitere Schlafplätze für Obdachlose

Zum Thema der Winternotunterkünfte und der Räumung von Schlafstätten, die Obdachlose unter einigen Brücken eingerichtet hatten, stellte der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi im Stadtrat klar, dass die 2 Angelegenheiten nicht vermischt werden dürfen.

Ein Schlafplatz für Obdachlose am Eisackufer in Bozen.
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Ein Schlafplatz für Obdachlose am Eisackufer in Bozen. - Foto: © Privat

Die Räumung der Schlafstätten unter den Brücken wurde im Auftrag des Landesamtes für Wildbach- und Lawinenverbauung durchgeführt, weil es hygienisch untragbare Situationen gegeben hat. Die Wahrung der öffentlichen Hygiene, Gesundheit und Sicherheit fällt unter die Zuständigkeiten des Bürgermeisters. In einigen Fällen wurde auf diese Weise auch der Kleinkriminalität vorgebeugt. „Ich glaube“, so Caramaschi am Dienstag weiter, „dass es wenige Städte in Italien gibt, die sich so ernsthaft mit dem Problem der Obdachlosen in den Wintermonaten auseinander setzen wie Bozen“.

50 weitere Schlafplätze notwendig

„Die Stadtverwaltung hat in der Coministraße ein Gebäude angekauft und eingerichtet, in dem jeden Tag mehr als 90 obdachlose Personen übernachten. Wir haben bereits beim Land angefragt, um die Bereitstellung von weiteren 50 Schlafplätzen zu erhalten“, erklärte der Bürgermeister.

Die Notquartiere für Obdachlose sind das ganze Jahr über geöffnet, aber diese Schlafplätze dürfen nicht von Personen besetzt werden, die eine Arbeit haben, aber so wenig verdienen, dass sie sich keine Wohnung leisten können. „In diesen Fällen müssen die Arbeitgeber und die Berufsverbände eine Lösung zu finden“, so der Bürgermeister.

stol