Dienstag, 27. Juni 2017

Bozen erwägt einen Stopp für Pendlerverkehr

Die Bozner Stadträtin Maria Laura Lorenzini will ein zeitweises Fahrverbot für Pendler mit ihren Privatautos einführen. Sobald der Metrobus fährt, soll der Pendlerstrom aus dem Überetsch eingedämmt werden.

Spätestens, sobald der Metrobus fährt, soll es ein zeitweises Fahrverbot für Pendler geben.
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Spätestens, sobald der Metrobus fährt, soll es ein zeitweises Fahrverbot für Pendler geben. - Foto: © LPA

Bereits jetzt denkt die Gemeinde Bozen darüber nach, wie sie den Verkehr beschränken könnte, sobald der Metrobus auf der Drususallee richtig Fahrt aufgenommen hat. Derzeit wird bekanntlich an Teilstücken für die neue Busspur vom Überetsch bis zum Bozner Bahnhof gearbeitet. Sobald sie fertig ist, soll es einen Pendlerstopp geben. 

Ende 2019 kommt der Metrobus

Gesprochen wurde von solchen Maßnahmen bereits oft, in Angriff genommen wurden sie nicht. Auch weil bisher Alternativen wie etwa die Umfahrungsstraßen fehlten. Ende 2019 wird jedoch der Metrobus in Dienst gehen und die gesamte Strecke auf den entsprechenden Busspuren bedienen. „Dann möchten wir auch mit der Einführung von zumindest zeitweisen Einfahrtsverboten reagieren“, erklärt Mobilitätsstadträtin Maria Laura Lorenzini.

22.000 Pendler aus dem Überetsch

Sie könne sich vorstellen, dass die Zufahrt zur Stadt über die Drususallee und über Gries in den Morgen- und Abendstunden dann ganz einfach nicht mehr möglich sein werde. „Immerhin sind es allein aus dem Überetsch etwa 22.000 Pendler, die täglich in die Stadt kommen“, betont Lorenzini.

STOL möchte wissen: Bozen plant an seinen Stadtzufahrten Verkehrseinschränkungen für Pendler - Was halten Sie davon? STIMMEN SIE AB:

Die Maßnahme ist nicht etwa nur ein Vorstoß der grünen Stadträtin, sondern wird auch von Bürgermeister Renzo Caramaschi mitgetragen, wie dieser gestern betonte. Es könne nicht sein, dass die Stadt auf den Bau der Umfahrungsstraßen warten müsse, bis sie endlich auf eine Erleichterung im Bereich Verkehr hoffen dürfe.

Um jegliches Chaos zu vermeiden, werden derzeit bereits diverse Studien erstellt. „Ende August werden die Daten für den innerstädtischen Verkehr vorgelegt, im September beginnen wir dann mit Verkehrszählungen“, schildert Lorenzini. Analysen zur Parkplatzsituation liegen bereits vor. 

Zufahrten aus dem Überetsch und Leifers Hauptprobleme

Lorenzini scheut sich auch nicht davor, einen externen Berater für das „Pendlerproblem“ heranzuziehen. „Ich werde dem Stadtrat einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten“, kündigt die Stadträtin an. Was den Pendlerverkehr angeht, seien die Zufahrten aus dem Überetsch und der Verkehr aus Richtung Leifers die beiden Hauptprobleme für die Stadt.

D/pir

stol