Sonntag, 08. Mai 2016

Bozen: Stichwahl zwischen Caramaschi und Tagnin

Was sich im Laufe der späten Abendstunden immer mehr herauskristallisierte, stand gegen 5 Uhr am Montagmorgen dann endgültig fest: um das Bozner Bürgermeisteramt wird es eine Stichwahl zwischen Renzo Caramaschi und Mario Tagnin geben. SVP-Kandidat Christoph Baur verfehlte - nach anfänglichem, berechtigtem Hoffen - das Ziel "Stichwahl" dann doch relativ deutlich um 1039 Stimmen.

Der mit 22,32 Prozent der Stimmen vorläufige Sieger der Bozner Wahl, Renzo Caramaschi, bei seinem Urnengang am Sonntag. - Foto: DLife
Der mit 22,32 Prozent der Stimmen vorläufige Sieger der Bozner Wahl, Renzo Caramaschi, bei seinem Urnengang am Sonntag. - Foto: DLife

Wenig überraschend erhielt Renzo Caramaschi (PD) mit 9.507 Stimmen (22,32%) den meisten Wählerzuspruch. Mit einem Respektabstand von 3,93 Prozent erreichte Mitte-Rechts-Kandidat Mario Tagnin (Uniti per Bolzano) den zweiten Platz - 7833 Bozner (18,39%) wollten Tagnin als künftigen Bozner Bürgermeister sehen. 

Der 65 Jahre alte Rechtsanwalt Christoph Baur von der SVP, der fast bis zum Schluss noch auf einen Einzug in die Stichwahl hoffen konnte, sicherte sich mit 6.794 Stimmen (15,95%) den dritten Rang.

Caramaschi holt vier von fünf Stadtvierteln

In vier der fünf Stadtviertel - in Gries-Quirein, Oberau-Haslach, Don Bosco und Europa-Neustift - lag Caramaschi an der Spitze des Kandidatenfeldes. Zentrum-BoznerBoden-Rentsch ging mit überragender Mehrheit an Christoph Baur.

Extreme Rechte überraschend stark

Hinter Caterina Pifano (5 stelle), die 4.918 (11,55%) Stimmen erhielt, und Norbert Lantschner (Grüne), der 3414 Wähler (8,02%) von sich überzeugen konnte, folgt überraschend der Vertreter der extrem rechten Casa-Pound, Maurizio Puglisi Ghizzi, für den 2649 Bozner (6,21%) votierten.

Über der 3-Prozent-Hürde liegen neben den bereits Genannten nur noch Giorgio Holzmann (2059 Stimmen, 4,83%) und Angelo Gennaccaro (1825 Stimmen, 4,28%).

Artioli, Pitarelli und Südtiroler Freiheit scheitern an Hürde

An der Hürde scheiterten sowohl die Südtiroler Freiheit (1,53%) als auch die Listen von Anna Pitarelli (2,29%) und Elena Artioli (1,88%).

Vor allem für Elena Artioli, die im Wahlkampf des Öfteren vehement ihre ernsthaften Ambitionen für das Bürgermeisteramt unterstrich, dürfte das niedrige Ergebnis ein herber Schlag sein.

Aber auch das Endresultat der Südtiroler Freiheit, dessen Kandidat Cristian Kollmann ein erfolgreicher Stimmenfang in den hauptsächlich von deutschsprachigen Boznern bewohnten Stadtgebieten durchaus zugetraut wurde, liegt unter den Erwartungen.

Die genauen Ergebnisse der Bürgermeister- und auch Gemeinderatswahl in Bozen finden Sie hier.

stol 

stol