Freitag, 29. Mai 2020

„Brenner-Grenze sofort öffnen!“

In einer grenzüberschreitenden Pressekonferenz direkt am Grenzstein am Brenner haben die oppositionellen Landtagsparteien nördlich und südlich des Brenners und Welsch-Tirol Abgeordnete am Freitag gemeinsam eine sofortige Öffnung der Brenner-Grenze und die ungesäumte Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit zwischen Nord-, Süd- und Ost-Tirol gefordert.

Grenzüberschreitende Pressekonferenz am Brenner.
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Grenzüberschreitende Pressekonferenz am Brenner. - Foto: © Süd-Tiroler Freiheit
Die österreichische FPÖ-Tirol, die Liste Fritz, die NEOS, und die Südtiroler Oppositionsparteien Süd-Tiroler Freiheit, Team K, die Freiheitlichen, der Partito Democratico und die 5-Stelle forderten aufgrund der niedrigen Infektionszahlen auf beiden Seiten des Brenners ein politisches Handeln auf Grundlage von regionalen Infektionszahlen und nicht auf Grundlage von nationalstaatlichem Grenzdenken.

„Die Idee eines grenzenlosen Europas der Regionen darf nicht nur in guten Zeiten beschworen werden, sondern muss sich auch und vor allem in Krisenzeiten bewähren. Die Europaregion Tirol sollte hier Vorbild sein und darf sich nicht länger hinter Grenzbalken verstecken. Die Bewegungsfreiheit zwischen Nord-, Süd- und Ost-Tirol muss daher sofort und nicht erst irgendwann im Juni wiederhergestellt werden“, betont Sven Knoll, Landtagsabgeordneter von der Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung.

„Die Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino ist wie ein Brennglas, in dem ganz besonders klar wird, wieviel Schaden - menschlich wie wirtschaftlich - Grenzschließungen anrichten. Offene Grenzen sind unsere Lebensadern - überall in Europa, und ganz besonders hier in Südtirol. Deshalb fordern wir eine sofortige Öffnung der Grenze zu Österreich.“, sagte auch Landtagsabgeordneter Paul Köllensperger von Team K.

Der Tiroler Landtagsabgeordnete Christofer Ranzmaier (FPÖ-Tirol) schlägt in dieselbe Kerbe: „Am 3. Juni öffnet Italien alle Grenzen. Nun stellt sich die Frage, wie die österreichische Bundesregierung damit umgeht. Es braucht ein klares Bekenntnis. Die Krise hat für mich bestätigt, dass zum einen das EU-Mantra widerleg wurde, dass die Brennergrenze nur mehr in den Köpfen bestünde, und zum anderen hat sich gezeigt, dass die Autonomie Südtirols im Ernstfall keinen Pfifferling wert ist, ebenso wenig wie das Papier, auf dem die Europaregion geschrieben steht.“


stol