Der Bürgermeister von Kurtatsch, Oswald Schiefer, warnt ebenfalls vor mehr Verkehr – durch die dritte dynamische Spur.<BR /><BR />Mit der Konzessionsvergabe ist auch ein Investitionsprogramm in Höhe von 9,2 Milliarden Euro verbunden – und zu den Investitionen zählen die dritte Fahrspur Verona-Modena, die dynamische dritte Fahrspur Bozen–Verona, neue Raststätten, Lärmschutzwände und Umfahrungsprojekte wie in Gossensaß. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1113870_image" /></div> <h3> Alber: Maut muss endlich angepasst werden</h3> „Wenn es um die neue Autobahnkonzession geht, dann muss man sich endlich auch an heilige Kühe heranwagen“, fordert Martin Alber, Bürgermeister von Brenner. „Die Maut muss angepasst werden.“ Eine Ökomaut sei „in Ordnung“, werde aber zu keiner Reduktion des Verkehrs führen. Die Maut müsse im gesamten Alpenraum angeglichen werden. Es gehe nicht an, dass der Brenner mit Abstand am meisten Verkehr schlucken müsse – „immer noch und immer mehr, weil wir so billig sind“, kritisiert Alber. „Mit dieser Brennerautobahn sind wir im Wipptal total an die Grenze gelangt: Staus beherrschen fast das ganze Tal, auch die Ausweichstraßen.“ Ländern wie der Schweiz sei es gelungen, mit Zwangsmaßnahmen den Verkehr abzuhalten. Der Schwerverkehr sei dort auf die Schiene verlagert worden. „Und die Exekutivbehörden kontrollieren massiv und teilweise sekkant Lkw und Pkw. Dazu gibt es hohe Strafen. Deshalb werden die Schweizer Routen gemieden“, meint Alber. Er stimme wegen der Ausschreibung der A22-Konzession jetzt nicht in die allgemeine Lobeshymne mit ein. Schon bei der Präsentation des PPP-Projektes durch die A22-Direktion hätten er und einige Kollegen „die Stirn gerunzelt“: „Es schaut so aus, als ob die A22 noch attraktiver gestaltet werden sollte, ein Marketingprogramm fast, mit sehr modernen Raststätten, Service- und Dienstleistungen. Für mich und die Bevölkerung entlang der Brennerachse ist das aber nicht das Hauptziel – im Gegenteil. Eine Attraktivitätssteigerung der Brennerautobahn bedeutet automatisch auch mehr Verkehr“, kritisiert Alber. Und Transportminister Matteo Salvini, der heute bei einer A22-Pressekonferenz in Salurn zugeschaltet werden soll, habe ihm gegenüber mitgeteilt, dass die Brennerroute noch potenziert werden solle – das sei fern von jeder Realität, kritisiert Alber.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1113873_image" /></div> <h3> Schiefer: Bürger-Interessen und Gesundheit vorrangig</h3>Der Bürgermeister von Kurtatsch, Oswald Schiefer, meint, eine dynamische Spur zwischen Bozen und Verona sei sehr gut zu überlegen, „damit die Gesundheit und die Interessen der Unterlandler Bevölkerung nicht zu kurz kommen“. Bei einer dynamischen Spur müsse man „immer davon ausgehen, dass sich damit das Verkehrsaufkommen weiter erhöht“, gibt Schiefer zu bedenken. Positiv sei hingegen die Zusage, dass bei der A22-Ausfahrt in Neumarkt der Pendlerparkplatz aufgewertet werden soll. Und ebenso zu begrüßen sei das Versprechen, dass bei der A22-Ausfahrt in Neumarkt ein Gelände bereitgestellt werden soll, wo dann ein neuer Sitz für den Tourismusverband entstehen könne. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1113876_image" /></div> <h3> Konder hofft auf grünes Licht für Brückenbau</h3>Der Vizebürgermeister von Bozen, Stephan Konder, hält eine dritte dynamische Autobahnspur von Bozen bis Verona für wichtig, aber nur in Zeiten mit sehr viel Verkehr – etwa zu den Mittsommerfeiertagen oder während der Christkindlmärkte. Denn wenn an solchen Tagen der Verkehr stehe, komme es zu einer höheren Abgasbelastung. Von der A22-Konzession abhängig sei in Bozen der Bau einer Brücke über den Eisack – die strategische Fortsetzung der Einsteinstraße in Richtung MeBo. Ohne diese Verbindung wären die geplanten Unterführungen nur eine Teillösung, sagt Konder. Um Bozen weiter vom Verkehr zu entlasten, sollte die Brennerautobahn zudem in Richtung Süden als Umfahrung genutzt werden. So könnte man auf einer Fläche neben der Innsbrucker Straße mittels einer Rampe und einer relativ kurzen Brücke die Einfahrt auf die Brennerautobahn ermöglichen. Damit wäre die Autobahn als Umfahrungsstraße für den Durchzugsverkehr in Richtung Industriezone, Süden, Eppan sowie Meran nutzbar. Die Eisackuferstraße sei zu gewissen Zeiten hoffnungslos überlastet und für den Schwerverkehr eindeutig zu eng. Die Kosten für diese Lösung wären überschaubar. Eine Finanzierung sei auch ohne die Brennerautobahn AG möglich, aber die neue Autobahnkonzession könnte diesem Projekt noch Aufwind geben, sagt Konder. Beim Thema „Autobahn in den Tunnel“ herrsche hingegen zurzeit Funkstille – die Kosten dafür wären hoch.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1113879_image" /></div> <h3> Jungmann: Brixen Süd endlich komplettieren</h3>Große Hoffnungen in die neue A22-Konzession setzt man in Brixen: „Wir warten schon lange auf eine vollwertige Ein- und Ausfahrt in Brixen Süd auf dem Gemeindegebiet von Feldthurns“, sagt der Brixner Bürgermeister Andreas Jungmann. Der „Halbanschluss“ an die Brennerautobahn ist seit 2007 in Betrieb. Das Projekt für eine vollwertige Ein- und Ausfahrt sei bereits genehmigt. Sobald die neue Konzession da sei, werde das Projekt umgesetzt. Sollte die Brennerautobahn AG Mitte 2026 die Konzession erhalten, dann könnte das Projekt noch im selben Jahr realisiert werden, meint Jungmann. Denn der Aufwand sei nicht allzu groß. Mit einer vollwertigen Autobahnein- und ausfahrt könnte viel Verkehr durch die Stadt vermieden werden, meint Jungmann. Vorteile würden sich nicht nur für die Industriezone ergeben, sondern auch für die Pendler nach Bozen.