Seit 2021 wird immer das Jahr 2032 als Jahr der Inbetriebnahme genannt. Und nun tauchen Zweifel auf – immerhin von einem ehemaligen Landeshauptmann-Stellvertreter.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286268_image" /></div> <BR />Laut einem Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ hat es im Aufsichtsrat der Basistunnelgesellschaft intensive Diskussionen über eine neuerliche Anpassung des Zeitplanes gegeben. Nach Angaben des freien Abgeordneten des Bundeslandes Tirol, <b>Georg Dornauer</b>, bestehen Schwierigkeiten bei der Ausschreibung für die Bahntechnik. „Noch ist unklar, ob die Ausschreibung der Bahntechnik gesamthaft oder getrennt nach Österreich und Italien erfolgen wird“, meint Dornauer in der „TT“. Österreichs BBT-SE-Vorstand Martin Gradnitzer hatte 2024 angekündigt, dass die Bahntechnik ab 2028 eingebaut werden soll. Kostenpunkt: 1,5 Milliarden Euro.<BR /><BR />Laut einer Mitteilung der Brennerbasistunnel-Gesellschaft BBT SE kommt der Bau des BBT weiterhin gut voran. „Bis zur Fertigstellung der beiden Haupttunnelröhren, voraussichtlich noch in diesem Jahr, sind maschinell und bergmännisch nur noch wenige Kilometer vorzutreiben“, schreibt die Verantwortliche für die Kommunikation, <b>Julia Gruber</b>. „Gleichzeitig laufen bereits die Arbeiten an der Innenauskleidung, der Tunnelschale, planmäßig weiter.“ Derzeit laufen noch die Planungsarbeiten für die bahntechnische Ausrüstung. Dazu zählen unter anderem Gleise, Stromschiene, Leit- und Sicherungstechnik, Energieversorgung sowie Kommunikations- und Steuerungssysteme, teilt Gruber mit. „Insbesondere werden derzeit optimierte Projektlösungen geprüft, die darauf abzielen, die maximale Verfügbarkeit des Brennerbasistunnels in der Betriebsphase zu gewährleisten. Alle Projektentwicklungen und Optimierungen im Bereich der Bahntechnik werden derzeit neu bewertet und werden in die Aktualisierung des Bauprogramms für den Brennerbasistunnel einfließen. Auf dieser Grundlage beabsichtigt die BBT SE, im Laufe des Jahres 2026 ein aktualisiertes Bauprogramm vorzulegen“, kündigt Gruber an.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286271_image" /></div> <BR /><BR /><b>Martin Ausserdorfer</b>, Leiter der BBT-Beobachtungsstelle und bis 2025 Mitglied des BBT-Aufsichtsrates, berichtet, dass bei der tunneltechnischen Ausrüstung – sprich der Harmonisierung der beiden Eisenbahnsysteme von Österreich und Italien – die Zusammenführung komplizierter ist als geplant. „Da werden zwei Kulturen, zwei Staaten und zwei verschiedene Welten zusammengeschlossen“, meint Außerdorfer. Auch er schließt eine Verzögerung der Inbetriebnahme des BBT nicht aus. „Jeder Tag, den der BBT später in Betrieb geht, ist ein Problem, weil wir damit keine Kapazitäten haben, die wir jedoch dringend benötigen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286274_image" /></div> <h3> Bürgermeister Alber: Glaube nicht an große Entlastung</h3>Für den Bürgermeister von Brenner, Martin Alber, ist eine Verzögerung der BBT-Fertigstellung hingegen „relativ“: „Ich glaube nicht, dass der Basistunnel für uns die große Entlastung wird – auch wenn er mit allem drum herum fertig ist. Der Verkehr nimmt noch immer zu“, gibt der Bürgermeister zu bedenken. „Bei der großen Zulaufstrecke zwischen Rosenheim und Kufstein sind wir immer noch weit weg von einer Realisierung. Mir fehlt noch immer die Ultima Ratio in Bezug auf die Verlagerung des Schwerverkehrs in den Tunnel, sprich, welche Normen geschaffen werden, damit die Lkw in den wahrscheinlich teureren Tunnel hineinwechseln müssen. Da gibt es noch nichts“, konstatiert Alber.