Dienstag, 27. September 2016

Brennercom: Landesregierung stimmt Spaltungsplan zu

Das Land steigt mit einer Nettokapitalrendite von fast fünf Prozent aus der Brennercom aus. Die Landesregierung hat am Dienstag dem Spaltungsplan zugestimmt.

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Foto: © D

Bevor am Mittwochabend die Gesellschafterversammlung der Brennercom AG zusammentritt, hat die Landesregierung am Dienstag eine wichtige Entscheidung getroffen: Sie hat dem Spaltungsplan der Gesellschaft zugestimmt. Es handelt sich dabei um eine asymmetrische Spaltung, aus der dann die neue rein öffentliche Gesellschaft hervorgeht. Diese wird den Breitbandbereich übernehmen, während die neue Brennercom den Telekommunikationsbereich bedienen und die Providertätigkeit fortsetzen wird.

Einblick in den Spaltungsplan gab bei der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung Landeshauptmann Arno Kompatscher. Demnach wird die neue rein öffentliche Gesellschaft aus Land Südtirol (83 Prozent), Selfin, Stadtwerke Brixen und Brennerautobahn ihre Tätigkeit mit einem buchhalterischen Reinvermögen von 19,76 Millionen aufnehmen.

Keine Sieger - keine Verlierer

Dieses Vermögen setzt sich zu 11,1 Millionen Euro aus materiellen Gütern (Netze, Hardware, Anteile am Brennercom-Sitz, das damit zur Gänze in Landesbesitz übergeht) und zu 1,2 Millionen Euro aus immateriellen Gütern (Verträge, Lizenzen) zusammen. Hinzu kommt eine Ausgleichszahlung von 7,5 Millionen Euro. „Ein erster Vorschlag hatte eine um drei Millionen Euro geringere Bewertung vorgesehen“, berichtete der Landeshauptmann. Diese sei nicht nur von den öffentlichen Teilhabern, sondern auch vom Gerichtssachverständigen als nicht angemessen bewertet worden.

„Schlussendlich haben wir zu einem Kompromiss gefunden, aus dem niemand als Sieger oder Verlierer aussteigt“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher, „wir haben eine Einigung darüber erzielt, wie der Bereich Breitband aus einem erfolgreichen Unternehmen ausgegliedert werden kann, um dann öffentlich verwaltet zu werden. Als Landesregierung kommen wir damit unserem institutionellen Auftrag nach, nämlich das ganze Land mit Breitband zu versorgen und alle Gemeinden an das Glasfasernetz anzuschließen, ganz im Sinne der europäischen Digitalen Agenda.“

Mit dem Spaltungsplan beziehungsweise mit der Unterzeichnung des Spaltungsvertrags gehen Telekommunikationsinfrastruktur, Liegenschaften und Gerätschaften, Rechte und Verträge, aber auch Personal an die neue öffentliche Gesellschaft über. Sie ergänzen das bereits bestehende Landesbreitbandnetz, das derzeit rund tausend Kilometer umfasst.

lpa

stol