Donnerstag, 25. Februar 2016

Brennpunkt Brenner: Des Bürgermeisters Befürchtungen

Wenn Österreich die Grenze für Flüchtlinge dichtmacht, dann wird das Grenzdorf Brenner zwangsläufig zur Sammelstelle. Doch nicht nur den Flüchtlingsstau sieht Bürgermeister Franz Kompatscher als Herausforderung - auch an den geplanten Strukturen hat er einiges auszusetzen.

Franz Kompatscher ist Bürgermeister von Brenner.
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Franz Kompatscher ist Bürgermeister von Brenner. - Foto: © STOL

Sie sind findig, die Flüchtlinge, die über die Grenze wollen, das weiß auch Kompatscher aus bereits längerer Erfahrung. Doch durch die Kontingentierung habe sich die Situation grundlegend geändert. Denn Um- und Fluchtwege über die Grenze wollen die österreichischen Behörden ab April mit Kontrollen und Zäunen dichtmachen. 
Am Mittwochabend hat es eine Aussprache gegeben zwischen Behörden und betroffenen Bürgermeistern (STOL hat berichtet). Während Innichen dem Szenario noch gelassen entgegen sieht, wird man am Brenner langsam unruhig. 

Zaun und Container kommen

Vor allem was die Strukturen wie Registrierungscontainer und Zaun betrifft. Norbert Zobel, stellvertretender Polizeidirektor Tirols, hatte diesbezüglich auch nichts beschönigt, sondern nur bestätigt, dass alles so kommen wird. "Und das alles auf österreichischem Staatsgebiet", so Zobel. 

Doch gerade da beginnen die Bedenken von Brenners Bürgermeister Franz Kompatscher (siehe auch Video). Denn gerade die Nähe zum bewohnten Gebiet sei alles andere als vorteilhaft für das Dorf. Sprich: Die Kontrollstelle und das Registrierungszentrum wären gleich hinter der Trachtenwelt geplant. 

Strukturen nicht direkt im Zentrum  

"Das finden wir gar nicht gut", so Kompatscher, der eine Verschiebung der Strukturen weiter nach Norden hinter die Tankstelle anvisiert. Generell meint er: "Es braucht eine gute Logistik, um das Chaos zu verhindern." Denn durch die Kontingentierung werde diesseits der Grenze ein Flüchtlingsstau befürchtet. 

Problem: Zugkontrollen erst ab Franzensfeste

"Daher muss der Flüchtlingsstrom vorher kontrolliert werden", verlangt Kompatscher. Vor allem bei Zugreisenden würde der Einsatz ab Franzensfeste bis Brenner nicht genügen. "Denn dann haben wir sie alle am Brenner, wo sie dann nicht mehr weiter dürfen", befürchtet der Bürgermeister. 

Besser wäre seiner Ansicht nach also, nur jene Flüchtlinge bis zum Brenner reisen zu lassen, die dann auch über die Grenze gelassen würden. 

stol/ker

stol