Freitag, 01. November 2019

Brexit-Parteichef Farage erhöht Druck auf Johnson

Knapp 6 Wochen vor der Neuwahl in Großbritannien hat der Chef der Brexit-Partei, Nigel Farage, den Druck auf Premierminister Boris Johnson deutlich erhöht.

Boris Johnson solle den Deal aufgeben, meint Nigel Farage.
Boris Johnson solle den Deal aufgeben, meint Nigel Farage. - Foto: © AP / Aaron Chown

Das zwischen Johnson und der Europäischen Union vereinbarte Abkommen habe nichts mehr mit dem Brexit zu tun, sagte Farage am Freitag zum Auftakt seiner Wahlkampagne in London. „Ich sage Boris Johnson: Gib' den Deal auf!“ Falls der Premierminister nicht einer Allianz zustimme, werde die Brexit-Partei um jeden Sitz bei der Neuwahl am 12. Dezember kämpfen.

Der Regierungschef hat derzeit keine Mehrheit im Unterhaus und muss um jede Stimme kämpfen. Mit der Neuwahl will er den festgefahrenen Brexit-Streit lösen. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wurde auf spätestens Ende Januar verschoben.

Brexit-Partei nicht im Parlament vertreten

Die Brexit-Partei ist derzeit nicht im Parlament vertreten. Britische Medien hatten am Freitag berichtet, dass es in der Partei Streit über die richtige Strategie bei der Neuwahl gegeben habe. Farage wies das umgehend als „unnütze Spekulation“ zurück.

Nach einer neuen Umfrage würden die Konservativen auf 41 Prozent bei der Wahl kommen, Labour auf 24, die EU-freundlichen Liberaldemokraten auf 20 und die Bexit-Partei auf 7 Prozent.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag Farage in einem Interview empfohlen, sich mit Johnson für die Neuwahl zusammenzutun. Gemeinsam seien sie eine „unaufhaltbare Kraft“. Ein Wahlsieg von Labour-Chef Jeremy Corbyn wäre „sehr schlecht“ für Großbritannien. Corbyn warf Trump sofort Einmischung in den Wahlkampf vor.

Erfolge bei vergangener EU-Wahl

Farage war bei der Europawahl Ende Mai mit seiner Brexit-Partei mit rund 32 Prozent der Stimmen aus dem Stand zur stärksten Kraft geworden. Die Konservativen der damaligen Premierministerin Theresa May wurden dagegen mit rund neun Prozent abgestraft.

dpa

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