Donnerstag, 24. Dezember 2020

Brexit-Vertrag: Verhandlungen ziehen sich

Trotz einer weitgehenden Einigung auf entscheidende Punkte des geplanten Brexit-Handelspakts haben sich die letzten Verhandlungen der Europäischen Union mit Großbritannien in die Länge gezogen.

Der umfassende Handelsvertrag soll einen harten wirtschaftlichen Bruch in letzter Minute vermeiden.
Der umfassende Handelsvertrag soll einen harten wirtschaftlichen Bruch in letzter Minute vermeiden. - Foto: © APA/afp / DANIEL LEAL-OLIVAS
Am Donnerstagmorgen waren immer noch Details ungeklärt, wie es aus Verhandlungskreisen hieß. Dennoch wurde weiter ein Deal an Heiligabend erwartet.

Kommissionssprecher Eric Mamer hatte in der Nacht in den sozialen Medien geschrieben, man werde die ganze Nacht über weiter machen und am Donnerstagmorgen früh anfangen. Der britische Premier Boris Johnson informierte seine wichtigsten Minister noch in der Nacht über den aktuellen Stand, berichtete die Agentur PA.

Harter wirtschaftlicher Bruch soll vermieden werden

Der umfassende Handelsvertrag soll einen harten wirtschaftlichen Bruch in letzter Minute vermeiden. Am 31. Dezember endet die Brexit-Übergangsphase und Großbritannien scheidet aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion aus. Ohne Abkommen drohen Zölle und massive Handelshemmnisse.

Die größten Streitpunkte waren am Ende die EU-Forderung nach fairem Wettbewerb zwischen den Vertragspartnern – da wurde bereits am Mittwochnachmittag eine Grundsatzeinigung gemeldet – und die Zugangsrechte für EU-Fischer zu britischen Gewässern. Der Vertrag sei fast fertig, hieß es am frühen Donnerstagmorgen aus EU-Kreisen.

„Die Zeichen stehen gut“, sagte auch Irlands Premierminister Micheál Martin am Abend im irischen Fernsehen. Nachdem viel Arbeit und Zeit in das Schlüsselthema Fischerei gesteckt worden seien, „scheint es heute das Gefühl zu geben, dass es zu einem Abschluss kommt“.

dpa