Samstag, 30. März 2019

Brexit wirft weiterhin Fragen auf

Die internationale Presse wägt die Möglichkeit eines harten Brexits ab. In London denkt man nun primär daran die finanziellen Interessen des Landes zu schützen.

Wie es nun weitergeht mit dem EU-Austritt Großbritanniens ist unklar.
Wie es nun weitergeht mit dem EU-Austritt Großbritanniens ist unklar. - Foto: © shutterstock

EU soll sich auf harten Brexit einstellen

Die Amsterdamer Zeitung „De Telegraaf“ erwähnt die verschiedenen Möglichkeiten, die sich aus der jetzigen Situation ergeben. Sie gibt aber auch die Möglichkeit eines No-Deal-Brexits zu bedenken.  „Die logische Lösung wäre eine Verschiebung (des EU-Austritts Großbritanniens) für einen längeren Zeitraum. Aber ob die Staats- und Regierungschefs der EU sich dafür einheitlich gewinnen lassen, ist noch fraglich. Eine längere Verschiebung würde zu der bizarren Situation führen, dass die Briten doch noch an der Europawahl teilnehmen – drei Jahre nachdem sie für den Brexit gestimmt hatten. Ein harter Brexit würde eine teilweise Schließung der Grenzen für den Warenverkehr bedeuten und großen ökonomischen Schaden zur Folge haben, auch für die Niederlande. (...) Und doch müssen die Niederlande und der Rest der EU sich auf dieses Szenario einstellen, nun da die Briten ein solches Durcheinander angerichtet haben.“

Interessen der Briten voranstellen 

Die Londoner „Financial Times“ legt den Schwerpunkt nun vor allem auf die nationalen Interessen. Vor allem in finanzieller Hinsicht. Zur erneuten Ablehnung des Brexit-Abkommens im britischen Parlament heißt es am Samstag:„Das Parlament hat der Premierministerin, ihrer Regierung und dem Ansehen der politischen Klasse Großbritanniens einen finalen Schlag versetzt. An dem Tag, für den Theresa May wiederholt Großbritanniens Austritt aus der EU versprochen hatte, haben die Abgeordneten ihr Exit-Abkommen mit Brüssel zum dritten Mal zurückgewiesen. Großbritannien ist immer noch in der EU, rein rechtlich gesehen. Aber dem Land droht in 13 Tagen ein katastrophaler Austritt ohne Abkommen. Es gibt einen Ausweg aus diesem elenden Schlamassel. Aber das setzt voraus, dass eine parteiübergreifende Mehrheit im Parlament sowie die Premierministerin und ihre Regierung endlich die Interesse der Nation vor jene der Parteien stellen.“

dpa/stol 

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