Damals war gerade die mittelfristige Finanzplanung der Union für die Jahre 2014 bis 2020 gescheitert – unter anderem am Spardruck der Briten. Von diesem Donnerstag an versuchen die 27 Staats- und Regierungschefs einen zweiten Anlauf. Und wieder sieht es so aus, als sei Cameron einer der Chef-Bremser.„Wenn sich nichts bewegt, dann ist ein Deal nicht machbar“, ließ Cameron über einen Sprecher ausrichten – und klopfte damit die britische Einstiegsposition für den wohl mindestens zweitägigen Verhandlungsmarathon fest. Konkrete Zahlen legte London – das sich nach außen hin „hoffnungsvoll“ zeigt – allerdings nicht auf den Tisch. Gipfelchef Herman Van Rompuy soll dem Vernehmen nach seinen Vorschlag von einst 1,01 Billionen Euro Haushaltsvolumen noch einmal nach unten korrigiert haben – um den Sparkommissaren aus Großbritannien und auch Deutschland etwas entgegenzukommen. Ob das vor allem den Briten reicht, wird sich zeigen.Britisches Unterhaus stimmt für die Homo-EheDie „reale Welt“ ist für David Cameron derzeit keine leichte. Seine vor mehr als zwei Jahren eingeleitete Sparpolitik greift nicht – die Neuverschuldung steigt, die drittgrößte Volkswirtschaft der EU schrumpft. In seiner eigenen Partei läuft – vornehmlich aus Angst vor einer deprimierenden Wahlschlappe 2015 – eine mehr oder weniger offene Revolte gegen den Regierungschef. Eine Abstimmung über die Einführung der Homo-Ehe am Dienstagabend im Parlament konnte Cameron nur mit Hilfe der Opposition gewinnen. Aus seiner eigenen Fraktion stimmten mehr Abgeordnete gegen seinen Vorschlag als dafür. Wichtige Kabinettsmitglieder wie etwa Verteidigungsminister Philip Hammond blieben der Abstimmung demonstrativ fern. Das war schon mindestens die dritte schallende Ohrfeige für Cameron in kurzer Zeit.dpa