In Deutschland sind die Praktiken seit 2020 gesetzlich verboten, in Österreich sollen Konversionstherapien laut Regierungsprogramm verboten werden.<BR /><BR />Sogenannte Konversionstherapien sind keine medizinische Behandlung. Sie geben vor, Menschen zu einer Änderung ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Orientierung zwingen zu können. Teilweise kommen dabei Elektroschocks, die Einnahme von Hormonen und exorzistische Riten zum Einsatz.<BR /><BR />Ein solches Vorgehen habe „in unserer Union keinen Platz“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch. Die Kommission sieht nach eigenen Angaben aber keine „effiziente“ Möglichkeit, die Praktiken per EU-Gesetz zu verbieten, weil die rechtliche Grundlage dafür fehle und nur durch Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten eingeführt werden könne.<h3> Brüssel wir nationalen Regierungen Verbot nahelegen</h3>Brüssel will den nationalen Regierungen deshalb nahelegen, selbst ein Verbot zu beschließen, und dafür im kommenden Jahr eine formale Empfehlung vorlegen. Eine solche Forderung aus Brüssel wäre aber nicht bindend. Neben Deutschland haben Frankreich, Belgien, Portugal, Spanien, Griechenland, Malta und Zypern die Praktiken vollständig verboten. Auch die Vereinten Nationen fordern seit 2020 ein umfassendes Verbot.<BR /><BR />Die SPÖ begrüßte, dass sich die EU „für ein Ende der Konversionsfolter einsetzt“, forderte aber auch weiterhin ein EU-weites Verbot. „Es ist ein wichtiger Schritt, dass die EU sich klar für ein Ende dieser Folterpraktiken einsetzt. Jetzt muss es darangehen, solche nationalen Verbote schnellstmöglich umzusetzen“, betonte Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner in einer Aussendung. <BR /><BR />Die EU-Abgeordnete Elisabeth Grossmann teilte in einer Aussendung mit: „Konversionstherapien sind keine Therapie, sondern Folter. Grundrechte wie der Schutz vor Gewalt dürfen nicht davon abhängen, in welchem Mitgliedstaat man lebt. Wir werden uns weiter für ein EU-weites Verbot von Konversionstherapien einsetzen.“