„Wir sind für die Sanierung der Staatsfinanzen, für Einsparungen und für Reformen – und wir sind auch damit einverstanden, dass Südtirol seinen Beitrag leistet. Dies haben wir wiederholt erklärt, dafür haben wir wiederholt gestimmt und wir waren von Anfang an offen für die Maßnahmen der Regierung Monti“, schickte Brugger in seiner Stimmabgabe-Erklärung voraus. Das Blatt habe sich inzwischen aber gewendet: „Wir stellen fest, dass die Regierung Monti immer wieder unsere Autonomie beschneidet, sich über unsere Sonderrechte hinwegsetzt, die uns als Minderheit von der Verfassung garantiert sind, und dass die Regierung mit uns auch nicht über ihre Vorhaben und unseren entsprechenden Beitrag spricht.“Auch das vorliegende Wachstumsdekret greife unerlaubt in die Südtirol-Autonomie ein, etwa in den Bereichen Energiekonzessionen, öffentliche Arbeiten, Landschaftsschutz und Urbanistik. „Wir werden unsere Autonomie immer verteidigen und haben dies in jüngster Vergangenheit bereits erfolgreich getan, darunter mit dem Urteil des Verfassungsgerichtes Nr. 178, das bestätigt, dass staatliche Richtlinien nicht automatisch für die Sonderautonomien gültig sind.“Brugger beklagt auch die Diskussionskultur: „Wir haben viele Gesprächsangebote unterbreitet, wir bekommen aber weder mündlich noch schriftlich Antworten.“ So sei bis heute ein Schreiben unbeantwortet geblieben, in dem die Landeshauptleute von Südtirol und des Trentino ein Spar-Angebot von rund zwei Milliarden Euro gemacht hätten, bei dem die autonomen Provinzen zusätzliche Kompetenzen übernehmen. „Diese Möglichkeit ist ein starkes Angebot für die Regierung – wurde aber bis heute ignoriert“, kritisiert Brugger.Die Regierung habe einen „neuen Zentralismus“ eingeführt, den „wir aufs Schärfste verurteilen“, erklärte Brugger. Aus diesem Grund sei die SVP nun auf die Bänke der Opposition gewechselt: „Wenn man uns weiterhin ignoriert und sich in unsere Angelegenheiten unerlaubt einmischt, werden wir gegen alles stimmen, was diese Regierung uns vorschlägt“, so Brugger abschließend.